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Andere Bucharbeiter

 

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Jean-J. Rabéarivelo

Otto Winzer

Emil Markov

Todor Shiwkoff

Sigmund Jähn

Rudi Arndt

Ferenc Rosza

 

 

Madagaskar 1970

DDR 1982

Bulgarien 1967

DDR 1959

Bulgarien 1977 Shiwkoff mit seinem Vorgesetzen, dem Gneralsekretär der KPdSU

DDR 1978

Ungarn 1961

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Jean-Joseph Rabéarivelo 1901–1937

Geboren in Tananarive und durch Selbsttötung dort auch gestorben. Die Mutter war eine Protestantin aus vornehmer indischer Kaste. Jean-Joseph wuchs dennoch in Armut auf. Mit dreizehn Jahren wurde­ er von der Schule genommen und verheiratet. Es gelang ihm trotz aller Bemühungen nicht, bei der französischen Kolonialverwaltung eine dauerhafte, ausreichend bezahlte Anstellung zu finden. Er mußte als Laufjunge arbeiten, wurde Sekretär und bis zu seinem Tod schließlich Korrektor in einer Druckerei, was ihm ein einigermaßen auskömmliches Einkommen sicherte.

Rabéarivelo ist der Begründer der modernen madagassischen Literatur. Er dichtete anfänglich unter dem Einfluß Baudelaires und der Parnassiens, dann der Surrealisten. Während seiner Korrektorenzeit bezog er sich stärker auf die madagassische Heimat und seine Herkunft, die Melodie und Rhythmus seiner Dichtung trägt.

1924 veröffentlichte er die Gedichte »La coupe des cendres«, 1927: »Sylves«, 1928: »Volumes«, 1934: »Presque-songes, 1935: »Traduit de la nuit«, 1935: »Imaitsoanala«, »Fille d’oiseau«. Nach seinem Tode wurden veröffentlicht: »Vieilles des pays d’Imerina«, »Lova« und »Poèmes«                                              nach oben

 

Otto Winzer 1902–1975

Geboren in Berlin. Macht eine Schriftsetzerlehre. 1920 tritt er dem kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJvD) bei. 1925 geht er in die Mutterorganisation, in die KPD. Bis 1933 arbeitet er als Schriftsetzer und Redakteur in Zeitungsverlagen der Partei – u.a. im Verlag der Jugend-Internationale. 1933 bis 1935 arbeitet er im Untergrund gegen die Nazis. Er muß emigrieren über die Tschechoslowakei nach Frankreich und Holland und schließlich 1939 in die Sowjetunion. 1945 kehrt er mit der »Gruppe Ulbricht nach Deutschland zurück und beteiligt sich an der Neugründung der KPD, wo er sofort Mitglied des Zentral­komitees wird. Ab 1947 ist er bis zu seinem Tod ununterbrochen Mitglied des Parteivorstandes bzw. des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. 1949 wird er Abgeordneter der »Volkskammer« und stellvertretender Chefredakteur der Parteizeitung (Zentralorgan) »Neues Deutschland«. 1949 bis 1956 ist er Staatssekretär und Chef der Privatkanzlei des DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck. 1956 wird er stellvertretender Außenminister, 1965 Außenminister der DDR.

Drei Bücher hat der Kollege geschrieben: Wohin führt der Weg?« (1949), »Die heutige Sozialdemokratie und der Marxismus« (1953) und 1955 »12 Jahre Kampf gegen Faschismus und Krieg«.                                                                                          nach oben

 

Emil Markov 1905–1943

Geboren in Berkovitsa. Ein gelernter Schriftsetzer. 1923 tritt er dem »Komsomol« und drei Jahre später der Kommunistischen Partei Bulgariens bei.

Beim antifaschistischen Aufstand der Kommunisten im Jahr 1923 übernimmt er eine sehr aktive Rolle als Kurier. 1925 wird er verhaftet und zu zwölfeinhalb Jahre Zuchthaus verurteilt. Bei einer allgemeinen Amnestie 1929 wird auch er vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Ein Jahr später geht er zum Studium des Marxismus in die Sowjetunion. 1933 kehrt er nach Bulgarien zurück und wird Sekretär der Parteiorganisation von Sofia und kurze Zeit darauf Mitglied im Zentralkomitee der Kommunistischen Partei. 1941 wird er in ein bulgarischen Konzentrationslager (»Gonda voda«) eingesperrt, aber bereits ein Jahr später gelingt ihm die Flucht. Er übernimmt während der Faschisten-Zeit eine führende Rolle in der Organisation und Leitung der KP. Bei einem Feuergefecht mit der Polizei wird er in der »Tuchlarni Fabrikki« (in Sofia) erschossen.                                                 nach oben

 

Rudi Arndt 1909–1940

War ein Schriftsetzer. Ende der 1920er Jahre trat er in die Kommunistische Partei Deutschland ein. 1931 bis 1932 ging er für ein Jahr ins Gefängnis wegen »Unterminierung« der »Reichswehr«. Nach seiner Entlassung wurde er Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Jugendorganisation und wurde bald wieder verhaftet (diesmal wegen »illegalen« Aktivitäten während der Nazi-Zeit) und mußte von 1933 bis 1936 im Zuchthaus von Brandenburg verbringen. Danach ist er unter Polizeiaufsicht (Gestapo) gestellt. Er wurde zuerst interniert im Konzentrationslager Dachau, später in Sachsenhausen und Buchenwald. In Buchenwald wurde er als »Politischer« im Sonderlager für Juden untergebracht, wo er eine Widerstandsgruppe aufbaute und politisch agitierte. Die Lagerleitung wußte von der Existenz der kommunistisch geleiteten Wider­stands­gruppe und kannte die wichtige Rolle, die Rudi Arndt in ihr spielte. Er wurde deshalb mehrmals in Einzelhaft genommen und gefoltert und schließlich (1940) »bei einem Fluchtversuch« ermordet.

Ihm zu Ehren ist in einem alten Fabrikgelände, in dem vor dem Krieg Flugzeugmotoren gebaut wurden, eine Betriebsberufsschule benannt worden. Hier wurden seit Anfang der 1950er Jahre alle Drucker und Setzer und Buchbinder für alle Druckereien Ostberlins und dem Norden der DDR ausgebildet. Inzwischen ist die Schule abgewickelt, denn schon 1990 mußten die Betriebe pro Auszubildenden und Jahr bis zu 20.000 westdeutsche D-Mark Schulgeld bezahlen.                                                nach oben

 

Todor Shiwkoff 1911–1998

Geboren ist er im bulgarischen Prawez, wo sein Vater sein Leben und das seiner Familie als Bauer fristete. Der kleine Todor lernt Buchdrucker.

1932 tritt er in die Kommunistische Partei Bulgariens ein. Während des 2. Weltkrieges wird er in den Jahren 1943 und 1944 Leiter der Partisanenbewegung im Gebiet um Sofia. 1945–1948 ist er Kandidat (das sind verdiente Genossen, die auf der Warteliste für die Nomen Klatura stehen), 1948 wird er Vollmitglied des Zentral­komitees (ZK) der KP Bulgariens. 1950–1954 ist er Sekretär des ZK (und das ist nicht der Mann, der die Protokolle der Sitzungen schreibt, sondern der Ge­nosse, der festlegt, was in den Protokollen überhaupt und wie erwähnt wird). Gleichzeitig ist er Erster Kreis- und Stadtsekretär der Kommunisten in Sofia. 1950 und 1951 ist er Kandidat des Politbüros, 1951 wird er Mitglied des Politbüros, drei Jahre später ist er »Erster Sekretär« des Zentral­komitees, das ist für nichtkommunistische Parteien der Parteivorsitzende (nur mit mehr Macht). 1962 wird er Ministerpräsident, um dann 1971 Staatsratsvorsitzender der Volksrepublik Bulga­riens bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion, bis 1991, Tod zu sein.                          nach oben

 

Sigmund Jähn

Ein Jünger der Schwarzen Kunst                                 nach oben

 

Ferenc Rosza (1906–1942)

Ferenc Rosza studierte Architektur und Ingenieurwesen in Karlsruhe und Dresden und schloß dieses Studium 1931 ab. Nach seinem Studium arbeitete er in Deutschland als Dachdecker, Zimmerer und Straßenbauer. Schon als Student trat er der »Sozialistischen Studenten Union« bei und gab eine Zeitung dieses Verbandes heraus. Nach der Machtübernahme der Nazis in Deutschland (1933) ging er nach Ungarn zurück und berichtete dort über seine Erfahrungen mit den Nazis und der Unterdrückung der Freiheit in Deutschland. Er schrieb Artikel in der Zeitung »Kommunista«, war aktives Mitglied im Verband der Jungen Arbeiter und zugleich Verbindungsfunktionär zur Kommunistischen Partei Ungarn. 1938 wurde er einer der Führer der unter der faschistischen Horty-Diktatur verbotenen Partei, 1939 Mitglied im Exekutiv-Sekretariat (General-Sekretariat) und zugleich enger Mitarbeiter des Partei-Vorsitzenden Soltan Schoenherz. Nach dem Einfall Deutschlands in die Sowjetunion (1941) ging Rosza im Juni dieses Jahres in den Untergrund. Im Februar 1942 wurde Rosza Herausgeber der »Szabad Nep«, der Zeitung der Freiheitsbewegung in Ungarn und zugleich der Leiter der Geheimdruckerei der ungarischen kommunistischen Partei. Am 1. Juni 1942 wurde er von der Horty-Regierung verhaftet, mehrmals »verhört« und dabei gefoltert. Bereits am 13. Juni starb er infolge der Folterungen.                                                                                       nach oben