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Bi Sheng
Es wird allgemein gemeint, Gutenberg sei der Erfinder des Drucks mit beweglichen Lettern.
Aber: Bereits vier Jahrhunderte vor Gutenberg ist in China mit beweglichen Lettern gedruckt worden. Es ist der Name eines Schmiedes
(oder eines Gelehrten), Bi Sheng, überliefert, der als Erfinder des Drucks mit beweglichen Lettern (nicht nur) in China angesehen wird und in der Mitte des elften Jahrhunderts mit beweglichen
Lettern aus Ton gedruckt haben soll.
Mit Kiefernharz, Wachs und Papierasche soll eine Eisenplatte bestrichen worden sein, welche mit einem Rahmen umspannt wurde. In eine
Lage Ton seien die gewünschten Druckbuchstaben »geschnitten« und anschließend im Feuer gehärtet. Die einzelnen Lettern wurden dann auf der Eisenplatte festgedrückt, worauf man – wenn der Rahmen
ausgefüllt war – auf dessen Rückseite die Klebmasse am Feuer leicht erwärmen ließ. Auf diese Weise konnte mit einem glatten Brett die Oberfläche nivelliert werden. Wenn schließlich von diesem
»Satz« gedruckt worden war, brachte man die Klebmasse am Boden der Eisenplatte wieder zum Schmelzen, so daß die einzelnen Lettern herausfielen. Bei einem Druck aus dieser (Sun-)Zeit steht ein Wort auf
dem Kopf, was bei einem Holzschnittbuch unmöglich ist.
In einem Bericht aus jener Zeit heißt es »Es gab mehrere Lettern für jedes Schriftzeichen. Für bestimmte häufige Schriftzeichen gab
es sogar zwanzig oder mehr Lettern; auf diese Weise war man darauf eingestellt, wenn sich auf derselben Seite bestimmte Schriftzeichen wiederholten. Wurden die Lettern nicht benutzt, ordnete er [Bi
Sheng] sie mit Hilfe von Papierschildchen [. . .] und verwahrte sie so in Holzkisten. Wenn einmal ein seltenes Schriftzeichen vorkam, das nicht im voraus gefertigt worden war, so wurde dieses wie
gewünscht geschnitten und mit [einem Feuer aus] Stroh gebacken; im Nu war es fertig.« Es wurden aber auch bald nach Bi Sheng Lettern hergestellt, die aus einer Zinn-Legierung bestanden.
Eine weitere Erfindung in China am Anfang des vierzehnten Jahrhunderts war die Herstellung von Einzel-Lettern aus Holz durch
Wang-Dschen, die aus Holzplatten, wie sie für die Blockbücher hergestellt wurden, ausgeschnitten wurden. Zur gleichen Zeit wird von Wang-Dschen auch der Setzkasten erfunden: zwei runde Tische mit den
erforderlichen Zeichen. Ein hinreichender Wortschatz eines chinesischen Setzkastens besteht aus nicht weniger als 18.000 Zeichen.
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Laurens Janszoon Coster (1370–1440)
Die Briefmarke zeigt im Haarlemmerhout-Park den Sockel eines Denkmals im Herbst. Auf diesem Denkmal steht in einem stilisierten Kranz:
»Zur Ehre von Laurens Janszoon Coster, dem Erfinder der Buchdruckkunst, vom Bürgermeister und dem Rat der Stadt Haarlem, zu seiner
400-Jahr-Feier MDCCCXXIII (1823)«
Das Denkmal wurde bisher nicht fertiggestellt, da der Gemeinde wohl das Geld für die Errichtung der Statue ausgegangen war – und dann
wurde die Vollendung wahrscheinlich vergessen. Später wurde ein Denkmal von Coster aufgerichtet auf dem Großen Markt neben der Kirche im Zentrum der Stadt Harlem.
Laurens Janszoon Coster war Küster an der Parochialkirche in Haarlem und Mitglied des Großen Rates, Schöffe und städtischer
Schatzmeister. Er gilt in den Niederlanden vielfach als Erfinder der Buchdruckkunst, wie auch auf dem Denkmal geschrieben steht; angeblich habe er bereits um 1430 Lettern im Sandgußverfahren
hergestellt. Urheber dieser Legende war der niederländische Gelehrte Adrian de Jonghe, der 1588 in seinem Werk »Batavia« davon berichtete, daß Coster erhabene Buchstaben in Birkenrinde geschnitten
habe, und sie später auf Papier abdruckte. Dadurch sei Coster auf den Gedanken gekommen, einzelne Buchstaben aus Holz zu schnitzen, mit denen er unter Verwendung der ebenfalls von ihm erfundenen
Druckerschwärze 1430 den »Spiegel onzer Behoudnisse«, das Vaterunser, das Ave Maria, das Apostolische Symbolum mit drei lateinischen Gebeten und den »Donatus« gedruckt habe Später habe er Lettern
aus Blei verwendet. Einer seiner Gesellen namens Johann (so Adrian de Jonghe aufgrund einer Erzählung eines Cornelis, der mit dem Johann in einem Bett geschlafen haben will) habe das Druckerwerkzeug
gestohlen, sei damit nach Amsterdam, nach Köln und schließlich nach Mainz gegangen, wo er 1442 mit den entwendeten Typen »A. Gallus theologische Bedenken« gedruckt habe. Nun, die Holländer mögen
den Broccoli und die Gülletomate und die bintje erfunden haben, aber keinesfalls die Druckkunst, wie schon 1870 der Holländer van der Linde nachwies.
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William Caxton (um 1422-1491)
Der Vertreter englischer Handelsinteressen in Brügge, William Caxton, erhält 1468 einen Auftrag, die Geschichte der Eroberung von
Troja aus dem französischen ins englische zu übersetzen, was er 1471 in Köln beendet.Hier in Köln erlernt er bei einem unbekannten Buchdrucker (»Drucker der Flores St.Augustin«) das Handwerk, um
der starken Nachfrage nach Abschriften seiner Übersetzungen nachkommen zu können. Zurück in Brügge errichtet er sich eine Druckerei und als erstes in englischer Sprache gedrucktes Buch erscheint 1474
der »Recueyll of the Historyes of Troy«. Zwei Jahre später kehrt Caxton nach England zurück und gründet in Westminster eine Druckerei. Sein erstes Buch (»Dicts or saying of the Philosophers«)
erscheint im November 1477.
William Caxton war – anders als Johannes Gutenberg, der seine Erfindung nicht in klingende Münze umzuwandeln verstand – ein
glänzender Kaufmann. Seine geschäftlichen Erfolge hatte er schon früh als »Governor of the English Nation« von 1441 bis 1476 in Brügge. Er unterhielt auch intensive Beziehungen zu dem dort
residierenden burgundischen Hof, der kulturell sehr interessiert war, kümmerte sich um den Aufbau der Bibliothek Ludwigs von Brügge und übersetzte für die Herzogin Margarete, einer Schwester des
englischen Königs Edward IV, französische Literatur ins Englische. Sein ökonomischer Sinn merkte bald, daß die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern bedeutenden wirtschaftlichen Gewinn
versprach. Er befaßte sich mit der Drucktechnik und errichtete eigene Druckereien in Brügge und Loewen, vorübergehend politischer Mißhelligkeiten wegen auch in Köln. 1476 übersiedelte er nach
London und gründete zusammen mit einem Partner den ersten englischen »printing shop«.
Frühestes Zeugnis seiner Tätigkeit ist ein Ablaßbrief mit Datum vom 13. Dezember 1476, das erste Buch kam 1477 aus Caxtons Druckerei.
Eine lange Liste gut verkäuflicher Druckwerke folgt: höfische Literatur, die er selbst meist ins Englische übersetzte, Enzyklopädien, zeitgenössische englische und antike Literatur. Durch Im- und
Export von Büchern machte er sein UnterÂnehmen noch erfolgÂreicher. nach oben
Dirk Martens (um 1450-1534)
1473 druckte der flämische Drucker Dirk Martens, wahrscheinlich in seiner vermutlichen Geburtsstadt Aalst (Alost), das erste mit
beweglichen Lettern gesetzte Buch der belÂgischen Geschichte. Dieser Druck besteht aus drei dünnen Büchern in Quartformat mit dem Impressum »Hosti in Flandria 1973«, und zwar »De salute sive
aspiratione animae ad Deum« (Augustinus), »Speculum conversionis peccatorum« (Dionysius de Leeuwis) und »De duobus amantibus Euralio et Lucresia opusculum« (Aeneas Sylvius).
Nach 1475 geht Martens Spur zeitweilig verloren. Es könnte sein, daß Dirk Martens sich in Venedig aufhielt, um sich fachlich
weiterzubilden. Angeblich soll Martens nach 1475 unter dem Schutz von Ferdinand d’Aragon 10 Jahre lang in Spanien unter dem Pseudonym Theodorico Aleman gearbeitet haben. Dafür spricht, daß er
womöglich vor der Drucklegung seines ersten Werkes in Venedig weilte und dort die Schwarze Kunst überhaupt erlernt hat. Ein Indiz für diese Mutmaßung ist die Schlußschrift seines 1474 gedruckten
Buches »De Vita beata«; diese lautet: »Dieses Werk wurde in Alost von mir, Dirk Martens, gedruckt, der die venezianische Kunst in Flandern einführte und mit Erfolg verwirklichte.«
Ab 1487 sind seine verschiedenen Unternehmen wieder nachweisbar. Zunächst druckte er in Aalst (1483-1492?), danach in Antwerpen
(1493-1497?) und übernahm dann in Leuven (Löwen) die Druckerei des Johan (Jan) van Westfalen). Zusammen mit einem Kompagnon (Herman van Nassau) druckte er in Leuven zwischen 1498 und 1501 mindestens
sechs große Werke, kehrte dann wieder nach Antwerpen zurück, wo bis 1512 prachtvolle und bedeutende Werke aus seinen Pressen kamen, u. a. die »Goldenen Briefe« des Pico della Mirandola, Thomas
Morus’ (More) berühmtes Buch »Utopia«, vor allem aber Werke des Erasmus von Rotterdam (»Enchiridon militis christiani«, 1503); wahrscheinlich druckte Martens 1509 auch die erste Ausgabe vom »Lob
der Torheit«. 1512 etablierte Martens sich endgültig in Leuven. Privilegiert von der dortigen Universität war er der berühmteste Drucker vor der Plantin-Ära. Bis 1529 druckte Martens noch viele
wissenschaftliche und humanistische Bücher; es sind zusammen mehr als 200 von ihm gedruckte Werke bekannt.
Seinen Lebensabend verbrachte Dirk Martens wieder in Aalst. Nach seinem Tod (1534) widmete sein Freund Erasmus diesem großen »Artis
Impressoriae Magister« eine Grabschrift. nach oben
Henricus Stephanus (um 1460–1520)
Henricus Stephanus (Henry Estienne) war Buchdrucker in Paris, wo er in Gemeinschaft mit dem Deutschen Wolfgang Hopil am 7. Mai 1502 sein
erstes Buch zur Ethik des Aristoteles druckte. Von 1504 ab firmierte Heinrich Estienne allein. Als er 1520 starb, hatte er über 120 Werke herausgebracht, die Mehrzahl in Folioformat, fast alle in
lateinischer Sprache. Unter seinen Freunden und Korrektoren finden wir die Gelehrten Guillaume Bude, Beatus Rhenanus, Michael Pontanus und andere.
Das bedeutendste Drucker- und Verlegergeschlecht Frankreichs während des 16. Jahrhunderts und darüber hinaus war diese Familie
Estienne, die sich in der lateinischen Form Stephanus nannte. Ihr druckergenealogischer Stammbaum läßt sich fast bis in die Mainzer Werkstatt Gutenbergs zurückverfolgen. Er geht zurück auf den
Mainzer Johann Trechsel, der 1554 in Erfurt studierte, die Druckkunst wahrscheinlich in Mainz erlernte und von 1489 bis 1498 Druckereibesitzer in Lyon war, wo wir von 1487 bis 1504 als
Buchdruckereibesitzer auch den geborenen Mainzer Johannes Neumeister finden, der noch als ein persönlicher Schüler Gutenbergs gelten darf. In Trechsels Lyoner Druckerei war seit 1492 als
wissenschaftlicher Berater und Korrektor der niederländische Gelehrte Jodocus Badius Ascensius tätig, der von 1503 ab in Paris eine eigene berühmte Druckerei besaß, die er Praelum Ascensianum nannte;
aus ihr gingen etwa 700 Werke hervor.
Dieser Jodocus Badius heiratete Trechsels hochgebildete Tochter Thalia. Aus dieser Ehe ging die Tochter Perette hervor, die noch
umfassender ausgebildet wurde als ihre Mutter und die zu den anziehendsten Gestalten der französischen Druckerfamilien gehört. Diese Perette aber wurde ca. 1526 die Gattin des Mannes, der sein Familie
zu der berühmtesten Typographen- und Gelehrtenfamilie Frankreichs machte, nämlich des Robert Estienne, dem Sohn von Henricus Stephanus.
1649 bestimmte Ludwig XIII., daß Voraussetzung für die Ausbildung im Buchdruckergewerbe die grammatikalisch richtige Beherrschung der lateinischen
Sprache war und außerdem mußte ein Lehrling lateinisch sprechen können; desweiteren mußte ein Lehrling griechische Texte lesen können: Heutzutage ist man als Prinzipal schon zufrieden, wenn ein
Auszubildender die deutsche Sprache richtig beherrscht. Der Rektor der »Sorbonne« hatte die erforderliche Bescheinigung auszustellen: »Zum Rektor eile ich; so strenge wie er ist, Wird freundlich er
und mild, wenn er das Geld erblickt, das für das Zeugnis man in seine Hand ihm drückt.«1654 wurde diese Vorschrift wieder aufgehoben, weil zu wenige Lehrlinge zu finden waren.
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Pieter Gillis (1465-1530) in Martens Druckerei
Der Stadtsekretär von Leuven und Humanist Pieter Gillis (Petrus Aegidius von Crobeil) war (1465–1530) im Auftrag seines Freundes
Thomas Morus während der Herstellung von »UtoÂpia« als Korrektor in der Druckerei von Dirk Martens tätig war.
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Die Gersoniden
Einige aus Mainz vertriebene Juden wanderten nach Italien aus. Wieder in Mainz zugelassen, wurden sie 1473 endgültig ausgewiesen und
wieder wanderte eine Anzahl nach Italien und weiter nach Konstantinopel. Wie man aus dem nicht seltenen Beinamen »Mainzer« schließen kann, haben einige von ihnen das Druckerhandwerk in Mainz
kennengelernt Die Kunst des Buchdruckens wurde in jüdischen Schriften als »die Krone der Wissenschaften« begrüßt, ja sogar als Erfüllung einer Jesaja-Prophezeiung: »Die Erde soll voll sein der
Erkenntnis des Herrn.« Gutenbergs Kunst trug in Anbetracht dauernder Pogrome und Vertreibungen zum Überleben der jüdischen Texte in außergewöhnlichem Maß bei.Eine Speyerer Familie, die sich nach
ihrem italienischen Zufluchtsweg Soncino nannte, war drei Generationen lang die in Europa bekannteste jüdische Buchdruckerfamilie, berühmt vor allem wegen ihrer hebräischen Drucke. Ihr erstes Buch
erschien 1483. Gründer der Druckerei war Josua Salomo Soncino. Sein Neffe Gerson ben Moses, auch als »Menzlein« (der Mainzer) bekannt, druckte noch vor 1500 elf hebräische Bücher. »Er brachte die
Kunst des Druckens aus seinem Lande nach Brescia mit.« schrieb Abbé Giovanni d Rossi im 17. Jahrhundert.
Josef ben Jakob Gunzenhauser Aschkenasi und seine Söhne Asriel und Abraham begannen 1487 in Neapel zu drucken. Ab 1475 druckten der
Arzt Abraham ben Salomo Conat und seine Frau Estellina in Mantua. Die Schrifttypen von Conat werden heute noch verÂwendet.
1476 wird von Abraham ben Salomo Conat und Abraham Jedidja ba-Esrachi de Colonia der »Kommentar zum Pentateuch« von Levi ben Gerson
gedruckt. nach oben
Lucas Cranach (1472-1553)
Lucas Cranach der Ältere (eigentl. Name wahrscheinlich Lucas Müller oder Sunder), stammte aus Kronach und wurde vermutlich in der
Werkstatt seines Vaters ausgebildet. 1505 wurde Cranach von dem sächsischen Kurfürsten Friedrich dem Weisen als Hofmaler nach Wittenberg berufen. Dieses Amt hatte er bis 1550 inne. Seine Werkstatt
wurde zum bedeutendsten Zentrum der damaligen sächsischen Malerei. Er selbst avancierte zu einer angesehenen Persönlichkeit der Stadt, war Weinhändler, erwarb eine Apotheke und eine Druckerei und
wurde 1537 Bürgermeister. 1508 unternahm er eine Reise in die Niederlande, wo er Mitglieder der königlichen Familie porträtierte. Für seine Mäzene malte Cranach vorrangig mythologische Szenen, wobei
sein Stil höfisch-gefälliger wurde, da er Rücksicht auf seine Kunden nahm.
Cranach war mit Martin Luther befreundet und gilt als der repräsentative Maler der Reformation. Seine Porträts von Persönlichkeiten
der Reformation, darunter sind von großer Klarheit und Exaktheit. Seine Druckerei produzierte Lutherbilder in Massen, damit jeder Reisende seinen Luther mit nach Hause nehmen konnte. In den Dienst des Protestantismus stellte sich Cranach auch mit seinen Illustrationen zur Bibel und Reformationsschriften. Über Cranach wird gesagt, daß er als einer der ersten erkannte, daß mit Reformation auch Geld zu verdienen sei. nach oben
Genf 1478: Adam Steinschaber
Der erste Drucker in Genf war 1478 Adam Steinschaber aus Schweinfurt. Aus dieser ersten Genfer Druckerei kamen neben lateinischen
hauptsächlich französischen Drucksachen . Steinschaber druckte bis 1480 in Genf. 1478 druckte er eine französische Ausgabe des »Livre des saints anges« des Spaniers Pedro Jiminez. Weitere drei
Drucke folgte in diesem ersten Jahr. Ein Jahr später verband sich Steinschaber mit Heinrich Wirzeburg von Vach, mit dem er ein »Calendarium latinum« herstellte; 1480 druckte das »Breviarium
Lausannense« und zwei weitere kleine Drucke.
1479 kam der zweite Drucker nach Genf, der Franzose Louis Cruse. 1480 druckte in Simon du Jardin in Genf eine Fierabras-Ausgabe.
Überwiegend liturgische Literatur druckte ab 1497 der Drucker Jean Belot. nach oben
Franzisk Skorina (1488-1535)
Georgij Franzisk Skorina (latinisiert Francescus Luce de Polocko) begründete die weißÂrussische Buchdrucker-Kunst und das
weißrussische Verlagswesen.
Er war in der Familie eines Kaufmannes im polnischen Plock geboren. Nach der Schule reiste er nach Krakau, wo er in den Jahren 1504-1506
Philosophie an der Universität Jagellonica studierte; 1506 schloß Skorina seine Studien mit dem Bakkalaurat ab. Der junge Bakkalaureus sehnte sich aber nach weiterer, höherer Bildung. 1508 geht
Skorina nach Italien und beginnt in Padua Medizin zu studieren. 1512 schließt er sein Studium ab.
1516 ging Skorina nach Prag. Neben seiner ärztlichen Praxis begann sich Skorina mehr und mehr für die Buchdruckerkunst zu
interessieren. Schon in Italien hatte er einige Teile der Bibel in die weiß-russische Sprache übersetzt. In Prag beendete er diese Übersetzung und entschied sich, diese zu drucken. Deshalb gründete
Skorina eine Druckwerkstatt, in der er 1517 »Biblija ruskaja« und »Psaltir« (»Das Psalmenbuch«) mit den kyrillischen Schriften in der weißrussischen Sprache gedruckt hat. Diese zwei Bücher sind
die ersten gedruckten Bücher in weißrussischer Sprache. Die Auflage der Bücher ist nicht bekannt, wahrscheinlich hat Skorina zwischen 100 bis 120 Exemplare verfertigt. Es ist nicht bekannt, ob er die
kyrillischen Lettern selbst verfertigte oder ob er sie in Krakau bestellt hat, wo in dieser Zeit der berühmte polnische Buchdrucker Swientopek Fiol mit kyrillischen Schriften druckte.
Anfang 1521 verließ Skorina Prag. Über Krakau reiste er nach Wilna (Vilnius oder Wilnjus). Mit der Hilfe reicher Mitglieder der
Stadtverwaltung richtete er eine Druckerei ein und arbeitete hauptsächlich als Drucker und gelegentlich ließ er die Bürger zur Ader. Von den in Wilna gedruckten Büchern sind die wichtigsten
»Apostel« und »Malaja podoroznaja kniznica«, ein kleines Reisebuch, die im Jahre 1525 erschien.
Das Hauptziel Skorinas war – wie er selbst sagte – »die Aufklärung und die Bildung meiner Brüder, aller Russen«. In eigenen
Schriften, welche Skorina schrieb und druckte, verurteilte er die Besitzungleichheit feudalistischen Eigenwillens, und er fand, das höhere Prinzip der sozialen Gerechtigkeit sei nur zu erreichen durch
eine gleiche Freiheit für alle. Skorina, Idealist und gottgläubig, bekannte sich zur unbegrenzten Entwicklung der menschlichen Vernunft.
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Philipp Melanchthon (1497-1560)
Eigentlich hieß er ja Philipp Schwartzerd, aber den Namen zu latinisieren oder zu graecisieren war damals unter den Gelehrten allgemein
verbreitet. Er kommt aus Bretten/Baden im Württembergischen und war der Sohn eines pfalzgräflichen Waffenschmieds. Ab 1509 studierte er in Heidelberg, 1511 Baccalaurus. Wurde Hauslehrer der Söhne beim
Grafen Löwenstein. 1512 begann Melanchthon in Tübingen zu studieren, 1514 wird er Magister. Auf Johann Reuchlins Empfehlung, mit dem er verwandt ist, erhält er 1518 eine Professur der griechischen
Sprache in Wittenberg, befreundete sich hier mit Martin Luther (beide besserten ihre Bezüge durch Korrekturarbeiten in der Druckerei der Cranachs am Marktplatz auf), begleitete Luther zur Leipziger
Disputation, stritt sich häufig mit ihm (da kam der Waffenschmied durch). Melanchthon war der bedeutendste Helfer Martin Luthers bei dessen Bibelübersetzung.
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Johannes Honterus (1498-1549)
Johannes Honterus soll als erster in Kronstadt eine DruckeÂrei eingerichtet haben. Die überlieferten GrünÂdungsdaten 1533 und 1535
sind jedoch durch zeitgenössischen Quellen nicht zu belegen. Aus dem Jahr 1539 haben sich die ersten Bücher der Honterus-Druckerei erÂhalten, so daß ihre Tätigkeit erst seit diesem Jahr beweisbar
ist.
Ans Ende seiner Bücher setzte Honterus oft als Druckerzeichen das von ihm selbst in Holz geschnitzte Wappen Kronstadts, die Krone auf
dem Baumstumpf mit Wurzeln. Das ursprüngliche Wappen Kronstadts stellte eine Krone ohne Baumstumpf dar; dieser tauchte im 16. Jahrhundert auf und wurde durch Honterus eingebürgert.
In den Sockel eines 1898 errichteten Denkmals für Johannes Honterus sind zwei Reliefs eingelassen: Das eine stellt ihn in seiner
Druckerei dar, das anÂdere zeigt ihn, einem Kranken das Abendmahl reichend.Auf letzterem Relief ist das Wahlspruch des Humanisten und Reformators zu lesen: »Wachet und betet«. Durch eine Inschrift auf
der Rückseite des Standbilds werden seine Verdienste folgendermaßen gewürdigt:
»Dem Licht vom Himmel brach er neue Bahnen. Sein Speer und Schild war das gedruckte Wort.«
Am 27. Juli 1543, nach der erfolgreichen Verteidigung der Reformation in Weißenburg, bewilligt der Kronstädter Magistrat 312 Gulden
zur Anschaffung von Büchern für die Schulbibliothek durch den »Buchführer« Valentinus.DieseSumme entsprach dem Preis eines überdurchschnittlich großen Bürgerhauses jener Zeit.
Neben Kronstadt entstanden im 16. Jahrhundert weitere Druckereien in Rumänien: Trigoviste 1508, Hermannstadt 1528, Klausenburg 1550,
Großwardein 1565, Weißenburg 1567, Abrud 1569, Bukarest 1573, Mühlbach 1580 und Broos 1582 nach oben
Peter Schöffer der Ältere (1425–1503)
Über seine Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Er studierte wohl Theologie und wird als Schönschreiber in Paris ausgebildet. Auf
einer Handschrift aus dem Jahr 1449 nennt er sich Petrus de Gernsheim alias de Moguntia. Es ist unbekannt, ob Schöffer sein Studium in Paris mit einem Examen abschloß. Bei seinem ersten Auftreten in
Mainz wird er als Kleriker der Stadt und des Bistums Mainz bezeichnet. Kleriker war jedoch nicht nur Geistliche, sondern auch diejenigen, die eine lateinische Schule besucht haben. In Mainz tritt er in
die Dienste Johannes Fust (Famulus postea gener Johannis Fust). 1455 bezeugt Schöffer im Rechtsstreit zwischen Fust und Gutenberg, daß Fusts Anspruch auf Herausgabe der Darlehen berechtigt
bestünde. 1457 steht sein Name – immer noch Angestellter, Fausti minister – neben Fusts im Psalterium für die Mainzer Kirche; dieser Psalter ist das erste Druckerzeugnis im Dreifarbendruck (schwarz, rot, blau). Nach verschiedenen anderen geistlichen Texten stellt Schöffer 1561 politische Literatur her im Kampf zwischen Diether von Isenburg und Adolf von Nassau um den Mainzer Bischofsstuhl; beide Parteien haben bei ihm drucken lassen. 1462 erscheint eine 48zeilige Bibel, das erste Buch mit einem Druckersignet. Im selben Jahr wird Mainz teilweise niedergebrannt, was auch die Druckerei in Mitleidenschaft zog. Nach dem Ausscheiden Gutenbergs aus der gemeinsam mit Johannes Fust betriebenen Druckerei übernimmt Schöffer als Angestellter von Fust die Offizin. Abt Trithemius von Sponheim berichtet, daß Schöffer die Lettern in einem härteren Metall als Gutenberg gegossen hat; auch die Verbesserung des Gießinstrumentes für die Lettern ist ihm zu verdanken. 1459 schuf er den Stahlstempel. Man nimmt an, daß er – geschult in der Schönschreibtechnik – die Texture, die Schrift der 42zeiligen Bibel geschaffen hat, da die Gestaltung sehr eng an die Schrift der damaligen Schreiber angelehnt ist. 1465 heiratete er die Tochter des Johannes Fust (der 1466 in Paris an der Pest verstorben war), Christina, und wird dadurch Miteigentümer der Druckerei. 1468 erwirbt er aus Gutenbergs Nachlaß verschiedene Restauflagen. 1467 wird er Bürger von Frankfurt am Main, um seinen Buchhandel erweitern zu können. nach oben
Johannes Fust (1400–1566)
Johannes Fust gilt als »berühmter und berüchtigter Gläubiger und Bedränger« Johann Gutenberg, der sich zweimal 800 Gulden für
Ausstattung der Druckerei und Erstellung der Bibel von dem reichen Mainzer Bürger Fust lieh. Fust verklagte Gutenberg, weil dieser keine Zinsen zahlte und auch das Darlehen nicht zurückzahlte. Im
Prozeß erhielt Fust die Werkstätte und kam somit auch in das bisher sorgsam gehütete Geschäftsgeheimnis. 1466 machte Fust wohl auf Anraten des Peter Schöffers eine Geschäftsreise nach Paris; dort
starb er an der Pest. Seine Tochter heiratete Peter Schöffer, seine Witwe 1468 den Buchhändler Konrad Henckis.
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