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Andere Bucharbeiter

 

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Miklos Misztotfalusi

Francisco Ximenez

Ibrahim Müteferrika

Theodosi Sinaitski

Johann Peter Zenger

Ferdinand Verbiest

 

 

 

Ungarn 1962

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Guatemala 1977

Türkei 1997

Mazedonien 2000

Nicaragua 1973

 

Miklós Kis Misztotfalusi (1650–1702)

Miklós Kis wurde geboren in Alsö-Mistótfalu. Mit 27 Jahren verließ er ein benachbartes Theologisches Seminar und ging als Lehrer nach Fogaras. Es gelang ihm, zur Weiterbildung in die Niederlande zu gehen, wo er zur Finanzierung seines Studiums (Philosophie und reformierte Theologie) als Korrektor bei Daniel Elsevier in Amsterdam den Druck der ungarisch-sprachigen Bibel für die reformierte Kirche überwachte. Sein Freund Pápai Páriz Ferenc empfiehlt ihm, seinem Land als Drucker zu dienen, denn Priester wären in Ungarn genug. 1680 geht Kis bei Janszoon Blaeu in die »Lehre«; bei Dirk Voskens lernte er Schriftgravieren und Schriftgießen, wofür er 200 Gulden zahlen mußte.Im Jahre 1683 richtete er sich in Amsterdam eine eigene Werkstatt ein, und er stand schon bald im Ruf eines anerkannten, bescheiden lebenden, Schriftschneiders. Er schnitt und druckte das erste grusinische Alphabet (für den König von Georgien), und lieferte seine Schriftzeichen an viele Druckereien in Europa (z.B. für den Großherzog der Toskana;  Papst Innozenz XI. bestellte bei ihm Lettern für die Vatikanische Druckerei). Das damit verdiente Geld wurde für den Druck der Károli-Bibel investiert. Im Jahre 1685 übersetzte und druckte er diese Bibel in einem handlichen Format; gefolgt vom Neuen Testament und einem Psalmbuch (1687).

1689 verläßt er die Niederlande und will über  Polen nach Ungarn reisen; er wird in Polen jedoch als Häretiker eingesperrt und kann nur unter Verlust seiner mitgeführten Bibeln und Güter fliehen. 1693 gründete er einen Druckerei in Koloszvár, wo er seine Arbeiten fortsetzte. 1696 druckte er die Psalmenübersetzungen von Albert Szenczi Molnár und 1687 das Neue Testament. In Kolozsvár übernahm er die Leitung einer kirchlichen Druckerei, die er in den folgenden Jahren ausbaute und modernisierte. Von ihm sind 84 Publikationen bekannt. Außer den hier genannten Arbeiten ist besonders seine in Koloszvár vollendete »Rationatio de Ortographia« (1697) bekannt.

Als Sprachgelehrter verbesserte er die Sprache und die Orthographie der Bibel, was zu starken Anfeindungen führte; letztlich mußte er seine Ansichten widerrufen. 

Nach seinem Tod kauft die ungarische Kirche seine Druckerei und die Schrifttypen.                                                                                nach oben                                    

Francisco Ximenez (1666–nach 1721)

In Chichicastenango in Guatemala findet der Dominikanerpater Francisco Ximenez das auf wunderbare Weise der Zerstörung entgangene Buch der Quiché-Maya, das »Popol Vuh«, in dem die Schöpfungslegenden der Maya aufgeschrieben sind: Wie es den Göttern mißlang, Menschen aus Lehm und aus Holz zu schaffen, und schließlich Kucumatz, der Herr des Himmels, aus Maisbrei Balam Quitze, den ersten Mann, und seine Frau Caha Paluna formte.                                                                                                              nach oben

 

Ibrahim Müteferriká (1674–1775)

Ibrahim Müteferriká (der christliche Name ist unbekannt) wurde um 1674 in Klausenburg in Siebenbürgen geboren und war nach eigenen Angaben Kalvinist. Er wollte ursprünglich Geistlicher werden, geriet aber 1693 in türkische Gefangenschaft und kam dadurch nach Istanbul.

Müteferriká ist ein Beamtendtitel, der meist mit »Hoffurier« übersetzt wird, bezeichnet aber mehr die Gehaltsklasse eines Beamten mit Sonderaufträgen am osmanischen Hof. Die »dergah-i-ali müteferrikalary«, zu denen Ibrahim gehörte, waren diejenigen Personen, die als Inhaber eines »gendikli zi’amet«, eines privilegierten Lehens, nur dann zum Kriegsdienst verpflichtet waren, wenn der Großwesir selbst sich an die Spitze des Heeres stellte. Ibrahim wurde nach seinem Übertritt in den Islam in ein Beamtenverhältnis übernommen. 1715 überbrachte er Prinz Eugen ein Schreiben der »Hohen Pforte« und hielt sich bei dieser Gelegenheit vier Monate in Wien auf. 1716 nahm er an dem Feldzug gegen Österreich teil und wurde 1717 Dolmetscher im Gebiet von Belgrad. 1718 wurde er zum Begleiter des ungarischen Freiheitshelden Franz Rakozi bestimmt und dabei lernt ihn der Großwesir Damad Ibrahim Pascha kennen. Auf das Jahr 1719/1720 kann ein Holzschnitt datiert werden, der vermutlich aus seiner Hand stammt. 1720 richtet er eine Denkschrift an den Großwesir, in der er sich über die Vorteile des Druckwesens äußert. Ibrahim bittet um die Ausstellung einer fetwa, eines Rechtsgutachtens, das Auskunft über die religiöse Zulässigkeit einer Druckereigründung geben soll.  Er sichert zu, nur Werke der Philosophie, Astronomie, Medizin, Naturwissenschaften, Technik, Geographie und Länderkunde, also keine religiösen Texte, zu drucken. Scheich ül-Islam Abdullah Efendi erläßt wunschgemäß ein Rechtsgutachten, in dem erklärt wird, daß seitens des religiösen rechts keine bedenken gegen die Einrichtung einer Druckerei bestünden. Sultan Ahmed III. Erläßt in der Zeit vom 30. Juni bis 9. Juli 1727 einen auf den Namen Sa’id Efendi und Ibrahim Müteferriká lautenden ferman, worin die Errichtung einer Druckerei erlaubt wird. Vier Gelehrte werden der Druckerei als Lektoren und Korrektoren zugeteilt. Im Dezember 1727 ist die Druckerei im Stadtviertel »Sultan Selim« gegründet, zwei Druckpressen sind aus Frankreich importiert worden, die Lettern sind wahrscheinlich in Istanbul geschnitten worden. 1729 erscheint das erste Werk der Druckerei: Ein Wörterbuch. 1730 erscheint ein erstes Werk in lateinischer Schrift. In allen Büchern steht vermerkt: «Durch die Hand des Armen, der Barmherzigkeit des Allmächtigen Müteferriká des Hofes, Ibrahim«.

Im Süd-Osten Europas und in westasiatischen Ländern wie die heutige Türkei behinderte andere Schrift und Religion die frühe Ausbreitung der Buchdruckerkunst. Der Islam stand der Buchdruckerei (und dem Kartoffelanbau) anfänglich ablehnend bis feindlich gegenüber und lehnte die Abkehr von der Handschrift ab – jedenfalls, soweit es den Koran betraf. Die Zusammensetzung heiliger Worte durch einzelne Buchstaben bedeutete zwangsläufig auch die Zerstörung dieser Worte bei der Ablage der Lettern. Deshalb verboten Sultan Bayezet II. und seine Nachfolger ihren Glaubensbrüdern unter Androhung der Todesstrafe die Buchdruckerkunst auszuüben.  

Andererseits wurde den Juden 1493 von demselben Sultan Bayezit II. erlaubt, im osmanischen Reich Drucke in hebräischer Sprache herzustellen: Der erste jüdische Drucker war der aus Spanien vertriebene Samuel bin Nahmiyas.                                                                                                          nach oben

 

Teodosija Sinaitski

1531 wurde die dritte serbische Druckerei im Kloster Rujan im Dorf Vruci gegründet; in dem Kloster lebte der Mönch Theodosije(a), der 1537 das »Jevandjelje« druckte. Das Buch gilt technisch als eines der schwächsten serbischen Bücher, denn die Buchstaben sind unschön und sehr ungleich, sowohl in ihren Formen wie auch in Hinsicht ihrer Höhen. Aufgrund dieser Erscheinung wird angenommen, daß die Buchstaben für dieses Buch nicht gegossen, sondern aus Holz geschnitzt wurden; die Unterschiedlichkeit der Buchstaben kann daher herrühren, daß mehrere Personen aus dem Kloster diese Holzbuchstaben hergestellt haben. Die Druckerei wurde wahrscheinlich nicht – wie damals üblich – in Venedig angeschafft, sondern von den Mönchen des Klosters Rujan selbst hergestellt. Die Druckkenntnisse des Mönches Theodosije hat dieser wahrscheinlich im Kloster Gorazde erlernt. Nach den geschichtlichen Daten ist im Kloster Rujan nur dieses »Jevandjelje« gedruckt worden.

Johann Peter Zenger 1697-1746

Der aus der Rheinpfalz stammende Johann Peter Zenger kam 1719 nach Ame­rika und lernte in New York das Druckereihandwerk.  Die Vorfahren waren Adlige­ waren. Ein Nachkommen dieses Geschlechtes, Graf Zenger von Zangenstein, lebt möglicherweise heute noch in Kirchberg, Gemeinde Hutthurm, bei Passau. Fehlerfreies Englisch hat dieser Einwanderer nicht mehr gelernt. 1733 startete er mit dem »New York Weekly Journal« als Konkurrenzblatt gegen die regierungstreue (zur englischen Krone) »New York Gazette«

Zengers »Journal« attackierte in anonymen Artikeln korrupte Politiker, vor allem den New Yorker Gouverneur William Cosby; dieser konnte lesen, daß er ein Nero sei und von einem Idioten nur graduell zu unterscheiden. Cosby konnte auch nachlesen, daß er sich an Salatöl, an Brandy und anderen Produkten persönlich bereichert habe. Dem damaligen Brauch entsprechend wurde die Zeitung von Zenger in regelmäßigen Abständen verbrannt – nicht von dem an sich zuständigen Henker, sondern von einem Sklaven, da sich der New Yorker Magistrat ge­weigert hatte, den etatmäßigen Henker für diese Aufgabe abzustellen.

1734 wird Zenger verhaftet. Mit der Beugungshaft sollte er gezwungen werden, die Namen seiner anonymen Autoren preiszugeben. Einer seiner Autoren, James Hamilton, hatte besonders »anstößige« Artikel geschrieben, Majestätsbeleidigung (»Je größer die Wahrheit, desto größer die Beleidigung«), was nach eng­lischem Recht ein Straftatbestand war. Zenger wurde angeklagt, eine »falsche, böswillige, verräterische und anstößige Verunglimpfung« gedruckt zu haben, aber mit der Begründung freigesprochen, wenn eine Beleidigung falsch sei und sich nicht auf Tat­sachen stützte, dann sei es keine Majestätsbeleidigung. Der Richter folgte dieser Argumentation nicht, wohl aber die Geschworenen, und so kam Zenger frei.

Zenger ist kein sonderlich fähiger Drucker gewesen, zudem ein schlechter Geschäftsmann; er  war mehr oder weniger Spielball einer Gruppe politischer Dissidenten, die gegen die Kolonialbehörden kämpften.

Zengers Freispruch gilt als Anfang der amerikanischen Pressefreiheit. Der Mittelstand und die Handwerker protestierten gegen die Privilegien der Führungsschicht. Anklagen wegen Majestätsbeleidigung oder Landesverrat stießen nach Zengers Freispruch auf die wachsende Ablehnung der Kolonisten.

Belgien 1988

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Ferdinand Verbiest (1623–1688)

Missionar und Astronom, geboren am 9. Oktober 1623 bei Pitthem nahe Coutrai, Belgien, gestorben bei Peking am 28 Januar 1688. Er trat am 2. September 1641 den Jesuiten bei und studierte Theologie in Sevilla, wo er 1655 promoviert wurde. 1658 begleitete er mit fünfunddreißig neuen Missionaren Pater Martin Martini auf seiner Rückkehr nach China, nach dem ein Dekret von Alexander VII. die Duldung der chinesischen Riten erlaubte. Er erreichte Macao in 1659, und übte sein Priesteramt in Shen-si aus; 1660 wird er nach Peking gerufen, um Pater Adam Schall in dessen astronomischen Arbeiten zu unterstützen und schließlich nachzufolgen. Während der Verfolgung der Christen in China,1664, wurde auch Verbiest inhaftiert.

1668 befahl der chinesische Kaiser K’ang-hi einen öffentlichen Vergleich europäischer Astronomie mit der alten Astronomie von China. Es sollte die Länge des Schattens an einem zufällig ausgewählten Mittag eines bestimmten Tages im voraus zu bestimmt und außerdem die absoluten und verhältnismäßigen Positionen der Sonne und der Planeten auf einem gegebenen Datum und schließlich der Moment einer lunaren Finsternis angegeben werden. Die Prüfung war ein Triumph für die europäische Astronomie. Pater Verbiest wurde deshalb zum Leiter des chinesischen Astronomieamtes berufen. Kaiser K’ang-hi bat den Pater, europäische Instrumente zu konstruieren, und im Mai 1674, konnte Verbiest ihm sechs Instrumente präsentieren, die unter seiner Leitung gemacht wurden: ein Quadrant mit etwa 1,80 Meter in Radius; ein Azimut-Kompaß mit etwa 1,80 Meter im Durchmesser; ein Sextant mit etwa 2,40 Meter im Radius; ein himmlischer Globus, mit etwa 1,80 Meter Durch-messer, und zwei Sphären, jede mit etwa 1,80 Meter Durchmesser. Diese großen Instrumente, alle aus Messing und mit Dekorationen, die sie zu bemerkenswerten Kunstwerken machten, waren trotz ihres Gewichtes, sehr leicht zu handhaben, und ein Beweis von Verbiest’s mechanischen Fähigkeiten sowie seinem Wissen über Astronomie und Mathematik.

Pater Verbiest hoffte, daß der Kaiser durch seine Unterweisung zum christlichen Glauben bekehrt werden könne, doch leider erfüllte K’ang-hi diese Hoffnung nicht. Trotz der starken Belastung fand Verbiest noch Zeit für Predigten; außerdem erstellte er Schriften über die Grundlagen der christlichen Religion her. Seine Briefe und Bücher wurden von allen Chinesen hochgeachtet und waren ein Mittel der Missionierung von Personen, zu denen die Missionare sonst keinen Zugang gefunden hätten. K’ang-hi erhob Pater Verbiest in den höchsten Rang eines Mandarin. Die Anwendung und Vermittlung der europäischen Wissenschaften hatten einen starken Anteil an der chinesischen Missionierung. Pater Verbiest war der Auffassung, daß ihm diese Erfolge erlaubten, seine wissenschaftlichen Arbeiten fortzusetzen.

Die jesuitischen Missionare in China wurden in Rom von Pater Navarrete beschuldigt, sie würden in China das »Heilige Wort« nicht verbreiten. Eine der Anworten auf diese Beschuldigung kam von Pater Verbiest, die jedoch nicht veröffentlicht wurde; es war eine grundlegende Rechtfertigung des Astronomen. Pater Verbiest druckte in Peking eine chinesische Übersetzung des Meßbuches und eine Arbeit, die seine astronomischen Beobachtungen enthalten. Papst Innocent XI, dem er die beiden Drucksachen gewidmet hatte, antwortete ihm an 3. Dezember 1681 in einem Brief: »Es erfreut Uns besonders, daß Sie die profanen Wissenschaften für die Rettung des chinesischen Volkes und der Förderung und dem Nutzen des christlichen Glaubens genutzt haben.

1677 wurde Verbiest zum Leiter der jesuitischen Missionierung in China ernannt. Er schrieb 1678 einen Brief an alle Jesuiten, in dem er darauf hinwies, daß die geringe Zahl der Missionare in China es unmöglich mache, das chinesische Volk zum christlichen Glauben zu bekehren. Die Frage einer einheimischen Geistlichkeit war schon am Anfang der Missionierung entstanden. Bisher war kein Chinese zur Priesterschaft herangezogen worden, obwohl viele von ihnen der Gesellschaft Jesu beigetreten waren und als Katecheten eingesetzt wurden. Überdies wünschte Verbiest, daß diesen chinesischen Priester erlaubt werden sollte, die Messe zu halten und die Sakramente in chinesische Sprache zu verwalten, was im Prinzip 1615 von Papst Paul V. gestattet worden war. Verbiests Geschenk an den Papst war eine gedruckte chinesische Übersetzung des Meßbuches von Pater Buglio. Die Vorschläge wurden jedoch nicht realisiert.