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Sowjetunion 1983 |
Iwan Fedorow (1501-1583)
Die ältesten Werke in russischer Sprache wurden im Ausland gedruckt, in erster Linie in Deutschland. Es war der zweite schwedische
Buchdrucker, Bartholomeus Ghotan (schwedischer Erstdrucker war Johann Snell), der von 1486 bis 1487 in Rußland war und im Jahre 1493 das russische Angebot annahm, nach Novgorod (oder Moskau) zu reisen,
um Meßbücher zu drucken. Er hatte dort wenig Erfolg, und nach einer alten Chronik soll er im Jahre 1496 auf seinem Rückweg nach Deutschland ermordet worden sein.
Iwan IV. Vasiljevitj (Der Schreckliche) (1530 bis 1584), begründete die Buchdruckerkunst in Rußland. Iwan IV. war hochbegabt,
theologisch unterrichtet und verfügte über eine große Bibliothek. Auf sein Bitten schickte König Christian III. von Dänemark einen Drucker namens Hans Missenheim (auch Hansen genannt) von Kopenhagen nach
Moskau, der dort den Mönch Ivan Fjoderov (Feodorovitsch) aus dem Kreml in der Buchdruckerkunst unterrichtete.
In Moskau bestand im Jahre 1553 die »Synodalnija typografia« - eine kirchliche Druckerei - und dort unternahm Fedorow die ersten
Versuche. Zehn Jahre später, 1563, wurde die sogenannte Staatliche Druckerei gegründet. Vom 19. April 1563 an und weiter bis zum 1. März 1564 wurde dort das russische Buch »Apostol« gedruckt (eine
Übersetzung der Apostelgeschichte), in dem Erscheinungsort und Jahreszahl angegeben sind. Es war Iwan Fedorow, der (gemeinsam mit Pjotre Timofejewitsch Mstislavetz, der sich 1570 in Wilna selbständig
machte) die Arbeit ausführte. Im Jahre 1565 druckte er zwei Varianten von einem Gebetbuch; danach klagte man ihn wegen Ketzerei an, und er mußte aus Moskau fliehen.
Fedorow floh nach Litauen, wo er unter dem Schutz des Hetmann Chodkevitj in Zabludiv (Sabludovo) eine neue Druckerei gründete. 1569 gab
er ein »Lehrevangelium« heraus und 1570 die Psalter samt einem kurzgefaßten Gebetbuch. Im Jahre 1574 ging er nach Kiew in der Ukraine und druckte dort unter anderem das erste russische ABC-Buch mit
Grammatik, samt einer neuen Auflage von »Apostol«. Er selbst hat die gesamten Texte zu den ABC-Büchern geschrieben, die, außer dem ABC, einen Teil Psalme aus den Bibeln beinhalten und zugleich ein
höfischer Ratgeber war.
Mit finanzieller Unterstützung von Fürst Ostrozjskij gründete Fedorow eine Druckerei in Ostrog und druckte 1578 eine neue Auflage des
ABC-Buches sowie ein zweisprachiges ABC-Buch.1580 druckte er das Neue Testament und Psalme; 1581 gab er eine Chronologie von Andrej Rymsji heraus. Im selben Jahr, 1581, erschien dann »Krone der
Wahrheit«, die berühmte Ostrog-Bibel mit 81 Buchdruckerleisten, 68 Schlußvignetten und über 1300 Initialen.
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Ukraine 1994 Erstes in der Ukraine (von Fiol) gedrucktes Buch |
Sweitpold Fiol
Der nach eigenen Angaben im Testament von 1525 aus Neustadt an der Esch stammende Fiol ist wahrscheinlich 1475 nach Krakau gekommen.
Fiol war ursprünglich kein Drucker; es gibt keine näheren Angaben, wo und wann er das Buchdruckerhandwerk gelernt hat. Fiol war »Seidenhafter« und gehörte der Juwelierzunft an; noch 1483 bildete er
Lehrlinge in diesem Beruf aus. Die ersten größeren Drucke Fiols sind 1490/1491 erschienen; es wird angenommen, daß er Mitte der 1480er Jahre mit dem Satz begann. Fiol mußte als erster kirchen-slawische
Manuskripte beschaffen, die erforderlichen Buchstaben schneiden und gießen, ukrainische Setzer aussuchen und ausbilden und die gesamte technische Ausstattung einer Druckerei herstellen lassen. Fiol
war Erfinder einer zweirohrigen Maschine zur Entwässerung von Bergwerken (1489 erhält er ein entsprechendes königliches Privileg zum Verkauf dieser Maschine). 1491 wird Fiol vom Krakauer Inquisitor
verhaftet und vor das geistliche Gericht des Krakauer Kardinals Friedrich Jagiello gestellt. Ihm wird vorgeworfen, »ketzerische Nachrichten« gegen die katholische Kirche zu verbreiten. Er gibt zu,
hussitisch gefärbte Äußerungen (mündlich) verbreitet zu haben. Die bereits von ihm gedruckten Bücher verschwinden vom Markt, Fiol wird im selben Jahr aus dem Gefängnis freigelassen. In seiner Druckerei
sind fünf Werke erscheinen»Oktoich«, Casoslovec», die beiden Kirchenbücher »Triod Postna« und »Triod Cvètna« und der »Psaltyr«. Der »Oktroich« umfaßt 337 Seiten mit je 25 Zeilen und der »Casoslovec«
umfaßt insgesamt 767 Seiten mit je 19 Zeilen. Beide Inkunabeln sind in schwarz mit roter Farbe gedruckt und ragen damit über die größte Anzahl der Erstdrucke hinaus. Fiol starb 1525.
Weitere kirchenslawische Bücher für die Ukraine wurden von Skorina in Prag hergestellt. Der eigentliche Begründer des ukrainischen
Buchdrucks ist Iwan Fjoderow, der 1574 in Lemberg das »Apostol« druckte. 1575 wurde Fjoderow nach Wolhynien berufen und druckte dort 1581 in Ostróg für den Fürsten Konstantin Ostrozskij die berühmte
Ostroger Bibel in kirchen-slawischer Sprache. 1582 übernahm die dortige »Bruderschaft vom gemeinsamen Leben« die Druckerei.
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Triest 1951 |
Primoz Trubar (1508–1586)
Primoz Trubar (lateinisch: Primus Truber) wurde im slowenischen Rascica geboren und war Priester, wurde Kanonikus in Laibach und Vikar
in Krain und Kärnten. Wegen seines Übertritts zum protestantischen Glauben wurde er 1547 ausgewiesen. Er ließ sich in Rothenburg o.T. nieder und übersetzte dort verschiedene religiöse Texte in die
slowenische Sprache. 1552 ging er nach Kempten. 1553-1555 gab er in Tübingen die ersten Katechismen in slowenischer Sprache heraus. Trubar gilt als Begründer der slowenischen Schriftsprache. Die Stadt
Krain berief ihn im Jahre 1561 zurück, um die dortige Evangelische Kirche zu organisieren. 1565 mußte er jedoch wieder nach Deutschland aufgrund einer von ihm in Tübingen gedruckten evangelischen
Kirchenordnung flüchten. In Württemberg erhielt er die Pfarrstellen in Lauffen am Neckar und in Derendingen bei Tübingen, wo er am 25. Juli 1586 starb. Trubar gab insgesamt fünfundzwanzig Werke heraus.
Einer seiner Mitarbeiter war Anton Dalmatin (Dalmata) aus Kroatien, der seit 1561 bei der Errichtung der südslawischen Druckerei des
krainischen Edelmannes Hans Ungnad Freiherr von Sonnegg im württembergischen Urach half. Dalmatin half sowohl bei der Herstellung der Typen als auch bei der Übersetzung evangelischerSchriften in
Kroatische. Primoz Trubar, Stephan Consul und Anton Dalmatin waren die Leiter dieser Druckerei. Ihre Bildnisse sind auf vielen Einbänden der in Urach hergestellten Druckwerke.
1564 gingen Consul und Dalmatin nach Regensburg und halfen dort bei der Drucklegung der ins Kroatische übersetzten Schrift des
württembergischen Reformators Johann Brenz.
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Belgien 1946 |
Christoph Plantin (1518–1589)
Christoph Plantin wird zwischen 1518 und 1525 in Saint-Avertin bei Tours in Frankreich geboren. Seine Ausbildung erhält er bei dem
Drucker Robert II. Macé in Caen in der Normandie. 1549 läßt er sich in Antwerpen nieder. 1550 wird er Bürger der Stadt. 1555 druckt er sein erstes Buch, ein Leitfaden für die Erziehung junger
Mädchen.
1562 wird Plantin angeklagt, eine ketzerische Broschüre gedruckt zu haben. Plantin flüchtet nach Paris und kehrt erst 1563 nach
Antwerpen zurück. Damals gründet er mit Cornelius van Bomberghe eine Gesellschaft. Während der fünfjährigen Zusammenarbeit verlassen 260 Werke die Pressen Plantins.1567 wird die Gesellschaft aufgelöst.
Plantin entschließt sich, eine wissenschaftliche Bibel zu drucken und erhält hierfür Unterstützung durch den spanischen König.1572 ist diese Bibel gedruckt; es ist die berühmte »Biblia Regia« oder
»Biblia Polyglotta« in den Sprachen Lateinisch, Griechisch, Hebräisch, Altsyrisch und Chaldäisch.
1570 wird Plantin Erzdrucker des Königs, was mit einer Kontrollfunktion über die anderen Drucker und die Einhaltung der Zensur verbunden
ist. Plantin gibt Kräuterbücher von Dodonaeus, Clusius, Lobelius heraus, das Thesaurusa Theunicae Linguae (das erste auf persönliche Anregung Plantins verfaßte Wörterbuch der niederländischen Sprache) und weitere Werke (Sprachlehren und Wörterverzeichnisse, Studien über Maße, Kleider, Trachten, Sitten usw.) heraus.
In der Jahren von 1567–1576 beschäftigt er zwischen 16 und 22 Druckpressen: ein Großbetrieb. Am 4.November.1576 kommt es zur »Spanischen
Meuterei«, was in umfassende Plünderungen ausartet. Es trifft auch sein Offizin, und 1577 sind nur noch fünf Pressen im Einsatz. Trotz der Kriegswirren veröffentlicht Plantin die Atlanten von Ortolius,
mehrere Notenbücher, u. a. die monumentale »Missae« von La Héle.
Aufgrund der fortgesetzten Kriegswirren geht Plantin als Drucker zur Leidener Universität, was ihm ab 1583 ein Jahresgehalt von 200
Gulden sichert. 1585 geht Plantin nach Köln, 1589 kehrt er nach Antwerpen zurück; im selben Jahr stirbt er. Christoph Plantin hat in den 34 Jahren seines Druckerlebens über eintausend Bücher
veröffentlicht. nach oben
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Belgien 1944 |
Jan Moretus (1543–1610)
Jan Moretus (eigentlich Mourentorff) ist der Stammvater des Druckergeschlechts der Moretus, der 1589 die Offizin von Plantin übernimmt.
Jan Moretus soll ein gebildeter und intelligenter Mann, von seinem 14. Lebensjahr an bei Plantin im Dienst, später dessen rechte Hand
und der erste »Geschäftsführer« gewesen sein. Plantin hinterläßt ihm per Testament die Druckerei und den Laden in Antwerpen. So wird Jan Moretus I. der Inhaber der »Officina Plantiana«. Er verfolgt mit
Energie und Tüchtigkeit die Spuren seines Vorgängers und wird berühmt durch die Schönheit der von ihm hergestellten Werke.
Seine Söhne Balthasar (1574–1641) und Jan II. (1576–1618) übernehmen die Druckerei. Von 1618-1629 ist der Antwerpener Drucker Jan
Meursius Teilhaber. »Balthasar I. war ein Mann von ungewöhnlichen Kenntnissen und großer Intelligenz und in jeder Hinsicht der bedeutendste aller Moretus.« Zu seinen Freunden zählt Peter Paul Rubens, der
die Bilder zu zahlreichen Büchern entwirft, die in der Officina Plantiana erscheinen. Rubens erstellt Zeichnungen, nach denen die Titelkupfer gefertigt werden. Balthasar I. stirbt am 1641. Auf ihn folgt
der»Meister des Goldenen Zirkels«, Balthasar II., ein Sohn seines Bruders Jan II. Danach verliert die Druckerei an Bedeutung.
Als Drucker sind die Moretus reich geworden. Sie steigern ihr Vermögen durch Grundankäufe, Geldanlagen und gelungene Spekulationen.
Balthasar III. wird 1692 in den Adelsstand erhoben. Er erhält sogar das ausdrückliche Privileg, sein Gewerbe als Drucker fortzuführen. Als Wappen wählt er auf einem goldenen Feld einen schwarzen Adler
mit rotem Brustschild, in diesem ein goldener Stern und darunter ein fünfteiliges schachbrettartiges Feld in Blau und Silber.
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Tschechien 1996 |
Tycho Brahe (1546–1601)
Tycho Brahe ist für seine exakten und umfassenden Beobachtungen und Messungen von den Planeten und über eintausend Sternen bekannt
geworden. Die von Brahe zusammengestellten Daten übertrafen bis zur Erfindung des Teleskops im frühen 17. Jahrhundert alle anderen astronomischen Messungen an Genauigkeit.
Brahe studierte Recht und Philosophie an den Universitäten von Kopenhagen und Leipzig, erlebte eine Sonnenfinsternis und begann, sich
nebenbei mit der Beobachtung von Sternen zu befassen. Nur mit einem Globus und Kompassen ausgerüstet, fand er Fehler in den astronomischen Tabellen und vertiefte sich in deren Korrektur. 1572 entdeckte
er eine Supernova im Sternbild Cassiopeia, was dazu führte, sein Studium der Alchimie und Arzneikunde aufzugeben.
Friedrich II., König von Dänemark und Norwegen, gab ihm die Insel Hven zum Lehen und stellte ihm Mittel zur Konstruktion,
Ausstattung und Unterhaltung einer astronomischen Sternwarte zur Verfügung: Auf Hven errichtete Brahe auch eine private Papiermanufaktur, in der der Holländer W.J.Blaeuw (als Sekretär Brahes) am Anfang
des 17. Jahrhundert wichtige Anregungen für den späteren Bau einer Druckpresse erhielt.
1576 begann Brahe die Bauten Uranienborg (»Festung der Himmelsgewölbe«) und »Stjernborg«, in denen er zwanzig Jahre lang die Sterne
beobachtete. Brahe blieb Anhänger des geozentristischen Weltbildes. In Brahes System drehen sich die damals fünf bekannten Planeten um die Sonne, die gemeinsam mit den Planeten die Erde umkreist. Die
Sonne rotiert einmal am Tag um die ruhende Erde.
Obwohl Brahes Theorie über die Planetenbewegung Fehler aufwies, spielten die Daten, die er gesammelt hatte, eine entscheidende Rolle bei
der Bestimmung der wahren Planetenbewegungen. Johannes Kepler, der von 1600 bis zu Brahes Tod 1601 dessen Gehilfe war, stützte sich auf Brahes Daten, als er seine drei Gesetze der Planetenbewegung
formulierte.
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Niederlande 1998 Die Landkarte wurde von Zacharias Heyns gestochen |
Zacharias Heyns (1570–1640)
Zacharias Heyns war Karthograph, Drucker und Buchhändler.
Die abgebildete Landkarte von Heyns zeigt eine Karte aus dem Taschenatlas. Auf der Landkarte läßt sich die historische Zusammensetzung
von Ost- und West-Friesland darstellen.In der Karte sind die Teile »Westergoe«, »Oastergoe« und »De Seven Wolden« groß herausgestellt. Die friesischen Städte sind orangefarben markiert. Links von den
Wattinseln an der Oberkante der Karte fehlt nur die Insel Vlieland. nach oben
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Tschechoslowakei 1970
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Johann Amos Comenius (1592–1670)
Über den Buchdruck hat Comenius ein Buch geschrieben: »Typographyum vivum« – eine lebendige Druckerei.
Comenius arbeitete in der Druckerei der Tschechischen Brüdereinheit (einer böhmischen evangelischen Kirchengemeinde, deren Bischof er
war) in Ivancice und Králice in Mähren.
Später wurde Comenius Leiter dieser Druckerei, in der die bekannte tschechische Bibel »Bible Králická« und viele andere Comenius-Werke
gedruckt wurden.
Im Jahre 1650 wurde Comenius von dem ungarischen Fürst J. Rákoczy auf Schloß in Saros Patak (Nordungarn) eingeladen. In Saros Patak
gründete Comenius eine höhere Schule. Zwei Druckereien standen ihm hier zur Verfügung: die Privatdruckerei des Fürsten in Saros Patak und eine fürstliche Druckerei in der Stadt Gyulafehervar. Comenius
hat diese Druckereien nicht nur geleitet und ausgebaut, sondern auch selbst als Drucker bei der Herstellung von Schulbüchern mitgearbeitet.
Vier Jahre später ging Comenius nach Lesno (Westpolen). Dort gründete und leitete er eine berühmte Druckerei tschechischer Emigranten.
1656 brannte das Haus, in dem sich die Druckerei befand, ab; damit war auch die Offizin der Emigranten vernichtet.
Der »Lehrer der (tschechischen) Nation« gründete an seinem letzten Wirkungsort – in Amsterdam – abermals eine tschechische Druckerei
(mit einem Kostenaufwand von 886 niederländischen Gulden). Hier arbeiteten auch zwei andere tschechische Exil-Drucker: Jan Pavkovsky und Jan Theophil Kopidlansky. In dieser Offizin wurden Comenius letzte
Werke gedruckt. Seit 1660 war er auch registriertes Mitglied der Amsterdamer Druckergilde. Spätestens 1668 verkaufte Comenius die Druckerei an de Geer. Beide tschechische Drucker konnten auch nach dem
Tode von Comenius als Pächter in der Druckerei bleiben.
1670 oder 1671 wurde diese Druckerei wegen finanzieller Schwierigkeiten geschlossen und die Einrichtung an andere Amsterdamer Drucker
verkauft.
Pädagogische Wirkung und literarisches Werk des tschechischen Pädagogen Jan Amos Komensky (latinisiert Comenius) sind weltbekannt.
Comenius gründete mehrere Druckereien und war damit auch einer der frühen Drucker.
Über die Bedeutung der Druckkunst für die Verbreitung der Allgemeinbildung hat Comenius oft geschrieben, u. a. in seinen Hauptwerken
»Didactica opera omnia« und »Orbis Pictus«. Im (viersprachigen) »Orbis Pictus« ist auf Seite 188 eine kurze Abhandlung über die Druckerei und die Arbeit des Druckers; zudem stellt ein schöner Holzschnitt
»Die Arbeit in einer Druckerei« dar. Das Titelblatt der »Opera Didactica Omnia« (Amsterdam 1653) zeigt u.a. eine Druckerei.
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Niederlande 1950
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Jan van Hout (1542–1609)
Jan van Hout war »Beamter« und Schriftsteller, geboren und gestorben in der Universitätssstadt Leiden. 1564 wird er (mit einer kurzen
Unterbrechung bis zu seinem Tod) Stadtsekretär von Leiden. Von 1569 bis 1573 muß van Hout wegen seiner reformatorischen Einstellung ins deutsche Emden gehen. Von 1573 an leitete er die Staatsdruckerei
in Leiden; 1575 wurde er Sekretär der Universitäts-Leitung und förderte deren Ausbau.
Van Hout, dessen umfangreiche schriftstellerische Arbeiten zum größten Teil verloren gegangen sind, war überzeugt von den humanistischen
(Renaissance-)Idealen, er war befreundet mit den Reformatoren Dousa, Spiegel und Coornhert. Er war einer der ersten, der sich in den nördlichen Niederlanden für den Erhalt der Muttersprache einsetzte.
Van Hout hatte ein für damalige Verhältnisse modernes Bild von der Fürsorge für die Armen und stiftete deshalb ein Zucht- und
Arbeitshaus.
Sein »Liber Amicorum«, das »Vrunt Buch«, befindet sich im Stadtarchiv von Leiden.
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Vasil’ Cyapinski (1530–1604)
Vasil’ Cyapinski gehört in die Gruppe von Wissenschaftlern und Philosophen der weißrussischen Wiedergeburt im 16.
Jahrhundert. Er war der erste Übersetzer und der erste Drucker und Verleger des »Neuen Testaments« in weißrussischer Sprache, das er um 1570 in seiner eigenen Druckerei Druckerei.
Vasil’ Cyapinski wurde um 1530 (starb in 1604) in einer aristokratischen (slyahtich) Familie geboren, die ein kleinen Gutshof
in Cyapin nahe Lepel’ in der Region von Polacak. Er besaß einen doppelten familiären Namen, Cyapinski-Amel’yanavich, und war mit der Herzogin Zhazhemskaya verheiratet. Zu verschiedenen Zeiten lebte er
auf eigenem Grundbesitz in Polacak, Lida, Wilna und Minsk. Trotz dieses Grundbesitzes war er arm. Um seine eigene Druckerei in der Nähe von Polacak zu gründen, mußte er die meisten dieser Grundstücke
verkaufen. Vasil’ Cyapinski schloß sich der calvinistische Reformation in Weißrußland an, dann wurde er von sozialreformerischen Ideen beeinflußt. Anders als andere Sozialreformer war Cyapinski der
Auffassung, daß die christliche Religion es erlaubte, an Kriegen teilzunehmen und eigenes Land und Diener zu haben.
Er schätzte die belarussische Sprache, die Geschichte und die Traditionen der weißrussischen Bevölkerung. Cyapinski rief die
zeitgenössischen Intellektuellen und besonders die Priester auf, die belarussische Bevölkerung von ihren eigenen Werten zu unterrichten und die eigene Geschichte zu berücksichtigen. Er sprach sich gegen
die »tote« kirchen-slavische Sprache aus und rief die Priester auf, die »lebende« belarussische Sprache zu benutzen. Grundlage seiner Arbeit war für Cyapinski seine Liebe zur Heimat und zur
weißrussischen Sprache. Die Herausgabe der Schriften von Cyrillus gehören zu Cyapinski frühesten Büchern, die von Symon Budny, einem weißrussischen Sozialreformer und clavinistischen Pfarrer, in Niasvizh
gedruckt wurden; diese Druckerei wurde geleitet von Astap Valpovich und Mikalaj Radzivil. Dies ist ein Hinweis darauf, daß Cyapinski die Schriften und die Druckmaschine in Niasvizh kaufte und in
den literarischen Kreisen von Niasvizh verkehrte.
In seiner Einführung zum »Neuem Testament«, in weißrussischer Sprache gedruckt, beklagte Cyapinski das niedrige kulturelle
Niveau in Weißrußland; er sah die Lösung dieses Problems in einer neuen Religion, einer Religion, die zum Lernen anregt und in der Volkssprache ausgeübt wird. Cyapinski forderte seine »slawischen« Brüder
auf, die Ausbildung zu fördern, Schulen zu bauen und die einheimische Sprache zu verwenden. Vasil’ Cyapinski als einer der kulturellen Begründer der Wiedergeburt Weißrußlands ging jedoch weiter als seine
Vorgänger Franzisk Skorina und Symon Budny. Er propagierte überall seine Ideen von der Bedeutung der weißrussischen Sprache und der Notwendigkeit, Schulen zu gründen, in denen die weißrussische Sprache
gelehrt wird. Seine Gedanken und seine Ideen klingen heute äußerst modern, so heißt es auf einer Internet-Site aus Belarus, da die weißrussische Sprache und Kultur wieder bedroht ist.
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