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Erstes Ries:
Von Papyrus und Pergament und anderen Beschreibstoffen
Richtigerweise müßte die Bezeichnung für Pergament »Karte« lauten (im Sanskrit und in Indien kartä, kirtas bzw. qertas), welche die Italiener und Griechen noch Anfang des letzten Jahrhunderts für
»Papyrus« verwendeten. Als Alexander der Große im Jahre 332 vor Chr. kampflos Ägypten erobert, ließ er die Papyrusproduktion unter sein Monopol stellen. Denn: Wer herrschen will, muß dies auch kundtun (können).
Deshalb läßt auch Napoleon bei seinem Ägyptischen Feldzug eine Felddruckerei mit sich führen. Die Herkunft des Wortes »Papyrus« ist nicht mit Sicherheit geklärt, doch legen sprachwissenschaftliche Vergleiche mit der
koptischen Sprache nahe,daß es als »das dem König gehörige« oder als »das Königliche« zu verstehen ist.
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Das Pergament für die mittelalterlichen Codices wurden durch einen langwierigen und komplizierten Beiz-, Schab- und Trockenprozeß aus Tierhäuten hergestellt. Die rohen Felle werden in der Gerberei gewässert, in Kalkasche gelegt, dann durch ein Schabeisen enthaart und auf dem Schabebaum entfleischt. Die so gewonnene Haut wird faltenlos.Gröberes Pergament (für Trommeln) aus Kalbfellen oder Paukenpergament aus Eselshäuten wurde nur einseitig geschabt. Schreibpergament wurde sorgfältig geschliffen, mit Kalk berieben, geglättet und präpariert mit Leimwasser, Kreide, Bleiweiß und Öl und zum Schluß mit Seife gereinigt. Je jünger das Kalb, desto besser das Pergament. Besonders gut eigneten sich totgeborene Kälber. Eine solche Haut ergab nicht mehr als ein Doppelblatt feines Pergament. Bei der Beschriftung solcher Blätter war ein Bimsstein zur Nachbehandlung der Pergamentoberfläche, ein Gänsekiel nebst Messer zum Anspitzen des Kiels, mit Wein verflüssigte Gallapfeltinte sowie ein Eberzahn zur Tilgung verschriebener Buchstaben notwendig.Das Papier wurde erfunden, als jemand auf die Idee kam, Lumpen einer durch Kalkwasser beschleunigten Fäulnis auszusetzen. Diesen Brei wälzte man platt.
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Die Ureinwohner in Yukatan und Mexiko, Maya und Azteken, hatten schon vor der Entdeckung Amerikas einen papierähnlichen Stoff
aus den Fasern einiger einheimischer Pflanzen hergestellt und mit einem mineralischen Belag beschreibfähig gemacht. Ihre Technik der Papierblattherstellung ähnelte sowohl der Herstellung von Papier im alten China wie auch in Ägypten. Die Faser wurde geklopft – wie es auch in China üblich war. Nur wurde sie nicht mit Wasser aufgeschwemmt und zu einem Faserbrei vereinigt, sondern unmittelbar zu einem Papierbogen geschlagen.
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Zweites Ries:
Vom Papier
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Tsai Lun gilt als der Erfinder des Papiers. Er stellte aus verschiedenen Pflanzenfasern
(Ramiegras, Bambusfasern, Maulbeerbast) unter Mitverwendung von getragenen Kleidern einen Beschreibstoff her. Zweifellos wurde schon vor dem Jahre
105 n.Chr. Papier aus Rohfasern hergestellt. Dennoch wird Tsai Lun als Erfinder des Papiers genannt. Er war es, der das Aufschließen von Pflanzenfasern und Hadern lehrte und die Papierherstellung nach der Methode
des »Verfilzens durch Schöpfen mit einer Form« einführte.
Über die »Seidenstraße« fand sehr langsam die Kunst des Papiermachens ihren Weg von Ost nach West. In östlicher Richtung ging der Weg über Korea
nach Japan, wo in Kyoto im Jahre 610 die Papiermacherei durch den koreanischen Mönch Doncho eingeführt wurde. Hier wurde die neue Kunst durch Kronprinz Shot oku (572-621) stark gefördert, der sogar den Anbau von
Maulbeerbäumen, die in Japan »Kozo« genannt werden, veranlaßte. Während in Europa die Kunst, Papier von Hand zu schöpfen, sich im Aussterben befindet, ist diese Kunst im Fernen Osten noch wesentlich verbreiteter.
Man schätzt, daß es allein in Japan noch über 3000 Heimbetriebe gibt, in denen Papiere, nach der ursprünglichen Arbeitsweise hergestellt werden. Weitere Zentren der Hand-Papiermacherei befinden sich in der bergigen
Region Zentral-Taiwans und in Chieng Mai im Norden Thailands.
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Drittes Ries: Von den Papiermachern
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Die Papierherstellung wurde erstmals im Jahr 105 n. Chr. von Cai Lun (oder Ts’ai Lun), einem Minister am Hofe des chinesischen Herrschers Hedi
(oder Ho Ti) im Östlichen Han-Reich dokumentiert. Als Material wurde wahrscheinlich die Rinde des Maulbeerbaumes verwendet, wobei das Papier auf einem Sieb aus Bambus hergestellt wurde. Das älteste bekannte Papier,
das noch erhalten ist, wurde um 150 aus Hadern (Textilabfällen) hergestellt. Etwa 500 Jahre lang war die Kunst der Papierherstellung auf China beschränkt, bis sie im 7. und 8. Jahrhundert in Japan und in
Korea eingeführt wurde. Die Kunst der Papierherstellung wurde erstmals um 751 in der arabischen Welt durch chinesische Kriegsgefangene (Schlacht am Thales) bekannt.
In Europa wurde Papier von den Mauren eingeführt. Die erste europäische Papiermühle wurde um 1150 in Spanien errichtet. Seit 1276 wird Papier in
Italien gefertigt, und die erste Papiermühle in Deutschland baute Ulman Stromer 1390 in Nürnberg der für »Gleismühl« an der Pegnitz zwei italienische Papiermacher, die Brüder Franciscus und Marcus de Marchia, holte,
die schwören mußten, »diesseits des lampartischen Birgs niemand khein Pappir zu machen«. Chemnitz (1298), Ravensburg (1407), Straßburg (14159, Lübeck (1420), Wartenfels 1460) und Kempten (1468) brachen das
Monopol der Nürnberger Mühle im deutschen Raum. In den folgenden Jahrhunderten breitete sich das Handwerk in fast allen europäischen Ländern aus. Die Einführung beweglicher Lettern in der Mitte des
15. Jahrhunderts erleichterte das Drucken von Büchern und förderte die Papierherstellung. In England wurde die erste Papiermühle im Jahr 1495 errichtet, in Amerika im Jahr 1690.
Der steigende Papierverbrauch im 17. und 18. Jahrhundert führte zu einem Mangel an Hadern, die den damaligen Papiermachern als einziger
geeigneter Rohstoff bekannt waren. Daher wurden viele Versuche unternommen, Ersatzstoffe zu finden, aber keiner erwies sich als wirtschaftlich. Gleichzeitig wurden Versuche unternommen, die Herstellungskosten von
Papier zu senken, indem man eine Maschine entwickelte, die das Handschöpfen bei der Papierherstellung ersetzen sollte. Die erste funktionstüchtige Papiermaschine wurde 1798 von dem französischen Erfinder Nicholas
Louis Robert gebaut und von den britischen Papierhändlern Henry und Sealy Fourdrinier weiterentwickelt. Sie bauten 1803 die erste der Maschinen, die ihren Namen tragen (Fourdriniermaschine). Die Lösung des Problems, Papier aus einem billigen Rohstoff herzustellen, wurde durch die Einführung des Holzschliffverfahrens zur Pulpenherstellung im Jahr 1840 durch den Sachsen F. G. Keller gefunden. Das erste chemische Aufschlußverfahren zur Herstellung von Pulpe wurde etwa zehn Jahre später erfunden.
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Bulgarien 1945 Die vorkommunistische Bevölkerung wird durch diesen Überdruck aufgefordert, Lumpen (für die Papierherstellung)
zu sammeln. Später führten die Lumpen wie in anderen Ostblock-Ländern ein perfektes Recycling-System ein.
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Schweiz 1942
Die Schweizer werden mit diesen Briefmarken dreisprachig aufgefordert, Altstoffe, also auch Papier, zu sammeln. Die
»gesammelten« »Altstoffe« aus dem »Reich« und den von Deutschen besetzten Gebieten sammelten Schweizer Banken ein; die Sprache des Geldes mußte nicht übersetzt werden.
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Dänemark 1991
So haben wir uns in
unserer Jugendzeit die Skandinavische Freizügigkeit immer vorgestellt: Barbusig wird Papier in den Papierkorb geworfen.
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Bundesrepublik Deutschland 1971
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Der Nürnberger Rats- und Handelsherr Ulman Stromer (1329-1407) gründete am 24. Juni 1390 die erste Papiermühle auf deutschem Boden. Er
ließ die Gleismühl, eine Getreidemühle vor den Toren der Stadt, umbauen und begann dort mit italienischen Arbeitern mit der Fertigung von Papier, das damals aus Hadern (Lumpen) hergestellt wurde. Aus den
handwerklichen Anfängen mit drei Meter Papier im ersten Jahr entwickelte sich eine moderne, hochtechnisierte Industrie. Im September 1392 liefert die Nürnberger Papiermühle von Ulman Stromer ein Ries
Papier für zwei Gulden an die Nürnberg Stadtkanzlei, die schon 1363 ihr Meisterbuch, 1377 die Stadtrechnungen, 1382 ihr Neubürgerbuch auf Papier umgestellt hat. Erst 1396 wird das Amtsbuch von Pergament
auf Papier umgestellt.
Die erste populäre Ware, die auf dem neuen Schreibmaterial eine große Verbreitung findet, sind Spielkarten – ein Massenartikel. Das von
Mamelucken und Sarazenen über Italien nach Deutschland gekommene Glücksspiel mit Karten führt alsbald zur Kritik durch den Klerus, denn vieles, was dieser »teuflichen Lust« zum Opfer fällt, geht der
Kirche verloren. Andererseits: Die Spielkartenhersteller produzieren zugleich Heiligenbilder – beides basierend auf den alten hölzernen Backmodeln.
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Tycho Brahe (1546–1601)ist für seine exakten und umfassenden Beobachtungen und Messungen von den Planeten und über eintausend Sternen bekannt geworden. Die von Brahe zusammengestellten Daten übertrafen bis zur Erfindung des Teleskops im frühen 17. Jahrhundert alle anderen astronomischen Messungen an Genauigkeit.
Brahe studierte Recht und Philosophie an den Universitäten von Kopenhagen und Leipzig, erlebte eine Sonnenfinsternis und begann, sich nebenbei mit
der Beobachtung von Sternen zu befassen. Nur mit einem Globus und Kompassen ausgerüstet, fand er Fehler in den astronomischen Tabellen und vertiefte sich in deren Korrektur. 1572 entdeckte er eine Supernova im
Sternbild Cassiopeia, was dazu führte, sein Studium der Alchimie und Arzneikunde aufzugeben.
Friedrich II., König von Dänemark und Norwegen, gab ihm die Insel Hven zum Lehen und stellte ihm Mittel zur Konstruktion, Ausstattung und
Unterhaltung einer astronomischen Sternwarte zur Verfügung: Auf Hven errichtete Brahe auch eine private Papiermanufaktur, in der der Holländer W.J.Blaeuw (als Sekretär Brahes) am Anfang des 17. Jahrhundert wichtige
Anregungen für den späteren Bau einer Druckpresse erhielt.
1576 begann Brahe die Bauten Uranienborg (»Festung der Himmelsgewölbe«) und »Stjernborg«, in denen er zwanzig Jahre lang die Sterne
beobachtete. Brahe blieb Anhänger des geozentrischen Weltbildes. In Brahes System drehen sich die damals fünf bekannten Planeten um die Sonne, die gemeinsam mit den Planeten die Erde umkreist. Die Sonne rotiert
einmal am Tag um die ruhende Erde.
Obwohl Brahes Theorie über die Planetenbewegung Fehler aufwies, spielten die Daten, die er gesammelt hatte, eine entscheidende Rolle bei der
Bestimmung der wahren Planetenbewegungen. Johannes Kepler, der von 1600 bis zu Brahes Tod 1601 dessen Gehilfe war, stützte sich auf Brahes Daten, als er seine drei Gesetze der Planetenbewegung formulierte.
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Frankreich 1967
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Wie sein Vater erlernte Beaumarchais (1732–1799) den Beruf des Uhrmachers und übte diesen am Hofe Ludwigs XV. aus. 1756 konnte er durch Heirat mit der Witwe eines Hofbeamten seinem ursprünglichen Namen Caron den Zusatz »Beaumarchais« anfügen. Er erwarb käuflich das Amt als Sekretär des Königs und war damit zur Führung eines Adelsprädikats berechtigt. Als Sekretär des Königs war in Geheimangelegenheiten für Ludwig XV. und Ludwig XVI. tätig. Zu seinen zahlreichen Missionen gehörte u.a. auch der Verkauf von Waffen an die englischen Kolonien in Amerika während des Unabhängigkeitskrieges.
Sein Ruhm als Literat gründet sich auf den beiden Komödien »Le barbier de Seville ou la précaution inutile« (1775) und »La folle journée ou le
mariage de Figaro« (1784), in denen er die herrschende Klasse Frankreichs ironisch porträtierte und damit den sich verstärkenden Ressentiments gegen den Adel in den Jahren vor der Französischen Revolution Ausdruck
verlieh. Die beiden Lustspiele erzielten sehr großen Erfolg, nachdem 1784 das auf Anordnung Ludwigs XVI. ausgesprochene Verbot einer öffentlichen Aufführung von »Figaros Hochzeit« in Frankreich aufgehoben
worden war. Zwischendurch betrieb Beaumarchais eine Druckerei für die Herstellung der Voltaireschen Schriften.
Um das Gesamtwerk von Voltaire zu veröffentlichen beauftragte Beaumarchais den Papiermacher Subito aus Rouen, eine geeignete Papiermühle zur
Herstellung des für dieses umfangreiche Werk benötigten Papiers zu finden. Nach eingehenden Untersuchungen kam Subito zu dem Ergebnis, daß man in den Papiermühlen von Arches und Archettes »schönes Papier« herstellen
könnte. So erwarb am 14. Juli bzw. 10. September 1779 Monsieur J. F. Letellier im Auftrage von Beaumarchais und mit dessen Geld die beiden Mühlen.
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Schweiz 1965
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Der aus dem bündnerischen Münstertale stammenden Kapuzinerpaters Theodosius Florentini (1808–1865) war Gründers des Lehrschwestern-Institutes Menzingen (Kanton Zug) und des Institutes Ingenbohl (Kanton Schwyz). Theodosius verfolgte auch sozialpolitische Ziele. Eine Reihe von industriellen Reformversuchen nach dem Grundsatz der »Christianisierung der Fabrik« wurden durchgeführt (Heimindustrie-Förderung in (Graubünden, Baumwollweberei in Ingenbohl, Textilfabrik in Oberleutensdorf, Böhmen, usw.).
Nach seinem Eintritt ins Kapuzinerkloster Baden im Aargau (1832) richtete Theodosius eine kleine Buchdruckerei und lithographische Anstalt ein, die
bis zur Klosteraufhebung im Jahre 1841 bestanden. 1859 gründete er die Klosterdruckerei Ingebohl, die heute unter dem Namen »Theodosius-Buchdruckerei der Erziehungsanstalt Paradies« weitergeführt wird. Schwestern
besorgen den Satz, die Druck- und Buchbinderei-Arbeiten. 1860 faßte Pater Theodosius den Entschluß, in Thal (Kanton St. Gallen) eine Fabrik zur Herstellung von Papier aus Maisstroh zu errichten. 1862 wurde eine
Aktiengesellschaft gegründet, die aber von Anfang an große Schwierigkeiten hatte. Der Kapuzinerpater, damals Generalvikar von Chur, entwarf zusammen mit Heinrich Federer, dem 1. Verwaltungsratspräsidenten, die
Statuten und den Werbeprospekt. 1865 trat er von dem Unternehmen zurück.
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Ober Volta 1983
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Michel Joseph (1740–1810) und Étienne Jacques de Montgolfier (1745–1799), in Annonay geborene Brüder, Erfinder des ersten Heißluftballons. Ihr erster erfolgreicher Ballontest fand 1782 statt. Bei einem weiteren Test im Juni 1783 stieg ein aus Leinwand gefertigter, mit Papier gefütterter und einem Hanfnetz überzogener Ballon bis zu einer Höhe von 1800 Metern auf. Die Luft im unten offenen Ballon wurde durch ein Becken mit glühender Holzkohle erwärmt. Im September 1783 führten die Brüder ihren Montgolfiere genannten Ballon König Ludwig XVI. und Marie Antoinette vor. Der mit Tieren besetzte Ballon stieg auf und kam wohlbehalten zurück. Zwei Monate später fanden die ersten Flüge mit Menschen statt.
Beide Brüder leiteten gemeinsam die im Jahr 1557 von ihren Vorfahren in Vidalon gegründete Papierfabrik. Aufgrund ihrer Versuche mit dem
Heißluftballon wurden sie geadelt; die Fabrik erhielt den Titel »Königliche Manufaktur«. Vor allem Etienne Montgolfier war es, der große Erweiterungen in der Papierfabrik durchführte und die erste Papiermacherschule
Frankreichs gründete. Noch heute wird die Fabrik durch Nachkommen der ersten Gründer geführt unter dem Namen »Anciennes Manufactures Canson et Montgolfier«.
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Kanada 1987
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Fenerty befaßte sich 1839 in Nova Scotia mit der Herstellung von Papier aus Holzschliff. 1841 gelang es ihm, Papier
herzustellen, doch fand er nicht die Unterstützung der kanadischen Papierindustrie.Die Briefmarke zeigt den Erfinder und einige Gerätschaften für die Herstellung von Papier aus Holzschliff
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Bundesrepublik Deutschland - Württemberg 1949
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1850 kaufte Gustav Werner (1809–1887) die früher stillgelegte Schwarzwäldersche, früher Braunsche Papierfabrik in Reutlingen, die nach der Instandsetzung der Maschinen ein Jahr später wieder mit der Produktion begann. 1863 endete die Erzeugung von Papier in Reutlingen, weil die Verschmutzung der Eschaz die Erzeugung einwandfreien Papiers nicht mehr zuließ.
Papiermaschine, Holländer und alle sonstigen Gerätschaften wurden in eine neu erbauten Papierfabrik in Dettingen übernommen, mit deren Bau man 1859
begonnen hatte. 1862 wurde der Betrieb mit einer Papiermaschine aufgenommen werden. Bis 1885/1886 wurde das Werk ausgerüstet mit zwei Papiermaschinen, dreiundzwanzig Holländern und mehreren Kalandern. Angefertigt
wurden Post-, Schreib-, Druck- und Packpapiere.
1891 wurde die Papierfabrik auf eine Stiftung übertragen, die noch heute die Papierfabrik verwaltet.
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Als Sohn deutsch-österreichischer Eltern in Capanema in Brasilien geboren, studierte er in Rio de Janeiro Mathematik und Naturwissenschaften. Unter
der Regierung Kaiser Dom Pedro II. wurde Wilhelm Schüch (1824–1908) zum Leiter des Telegraphendienstes berufen. Außerdem lehrte er an der Universität von Rio de Janeiro weiterhin Physik. Dom Pedro II. erhob ihn 1881 in den Adelsstand; Schüch nannte sich fortan Guilherme Schuch de Capanema.
1870 errichtete Wilhelm Schüch am Fuße der Sierra Petropolis eine Papierfabrik, die vorwiegend Schreibpapiere für die Behörden produzierte. In
dieser ersten brasilianischen Papierfabrik wurden später nur noch Papiersäcke hergestellt, was sich anbot, denn irgendwo mußten die verstaubten Akten der Behörden ja bleiben. Heute heißt die Fabrik »Companhia
Frabrica de papei de petropolis«
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Indien 1970
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1858 gründete Munshi Newal Kishore (1836–1895) das»Newal Kishore Press and Book Depot«,das inzwischen älteste Verlagshaus Asiens. Außerdem gründete er die ersteTageszeitung Nordindiens, die »The Oudh Akhbar«.
Das Papier für seine Bücher und seine Zeitung beschaffte er sich durch die von ihm errichtete Papierfabrik »The Upper India Couper
Mills«, der ersten Papierfabrik in Nordindien.
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Viertes Ries: Von Papierfabriken und Papierherstellung
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Österreich 2000
Aus der Arbeitswelt der Papierhersteller und Kupferdrucker
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Der schwedische Ingenieur Carl Daniel Ekmann (1845-1904) begann etwa 1866 Versuche, Holz mit schwefliger Säure oder deren Salzen aufzuschließen.
1872 erfand er eine Methode, Holzzellstoff durch Kochen unter Druck von Hackschnitzeln zusammen mit einer Magnesiumbisulfitlösung wirtschaftlich herzustellen. Das Verfahren zur Herstellung von Zellstoff nach dem
Sulfitverfahren war schon 1867 von dem US-Amerikaner Tilghman patentiert worden, aber Ekman ist angeblich ohne Kenntnis dieses Patents zu seiner Lösung gekommen. 1874 wurde diese Methode erstmals in Bergviks
Holzstoffabrik industriell angewendet. Ekman gründete später an der Themse in der Nähe von London die »The Northfleet Paper and Pulp Co.«
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Schweden 1990 Papier für die Zeitungen der Welt
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Finnland 1968
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Der Papiermacher mit Schöpfrahmen an der Bütte (nach einem Holzschnitt des Bildhauers Hannes Autere) dokumentiert sowohl alte
Papiermachertradition als auch die Tatsache, daß in der Papierfabrik Tervakoski noch heute handgeschöpfte Papiere hergestellt werden. Der Fluß, der durch den Ort fließt, heißt Tervajoki (Terva = Teer,
joki = Fluß). Eine neun Meter hohe Stromschnelle im Fluß hieß Tervakoski (koski = Stromschnelle). Es ist aber nicht bekannt, ob hier Teer gewonnen wurde; der Fluß hat wahrscheinlich seinen Namen seiner
intensiven braunen Farbe zu verdanken. Als im Jahre 1818 die Papierfabrik gegründet wurde, bekam sie ihren Namen nach der Stromschnelle. Als man etwas später das Wasserzeichen entwarf, dachte man nur an
das Wort »Terva«, und daher weist der Baumstumpf auf Teergewinnung hin. Die Papiermühle in Tervakoski ist die viertälteste finnische Papiermühle, gegründet 1818 von Gustav Georg Nordenswan. Die
Papierfabrik bestand aus vier Gebäuden: Das eigentliche Mühlengebäude bestand aus Stein, während Stampfwerk, Leimküche und Trockenscheune Holzbauten waren.
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Bei der Papierfabrik handelt es sich um die 1779 erbaute Papiermühle zu Tammerfors. Es war dies die dritte finnische
Papiermühlengründung nach Thomasböle (1667) und Prunkkala (1762). Als vierte Gründung kam dann 1818 die Papiermühle Tervakoski hinzu. In der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts wurden noch weitere
acht Papiermühlen errichtet, allerdings keine mehr in Tammerfors. Somit müßte es sich bei der 1839 auf der Lithographie festgehaltenen Papiermühle schon um die 1779 gegründete Papiermühle zu Tammerfors
handeln, welche im Jahre 1832 von J. C. Frenckell käuflich erworben wurde und bereits 1841 eine Papiermaschine erhielt, die erste in Finnland überhaupt. Nach der Anschaffung einer weiteren Papiermaschine
(etwa 1850) erzeugte diese Papierfabrik mehr Papier als alle anderen finnischen Papierfabriken zusammen. Bereits 1860 wurden 147 Arbeiter beschäftigt und der Wert der Produktion überstieg 300.000
Finnmark. Im Jahre 1900 wurde die Fabrik in eine Familiengesellschaft mit einem Aktienkapital von einer Million Mark umgewandelt, nachdem sie in den Besitz von Leutnant T. Frenckell übergegangen war. Die
Jahresproduktion betrug nun bereits 6000 bis 7000 t Papier. In den Jahren nach dem ersten Weltkrieg arbeitete die Fabrik mit Verlust. Sie wurde von der Stadt Tammerfors gekauft, um eine Regelung des
neuen Stadtplanes durchführen zu können.
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Die am 21. Mai 1878 gegründete, beinahe ganz auf Inseln gebaute Stadt Kotka besitzt sieben Haupthäfen, von denen der 1972
fertiggestellte Hafenteil Hietanen der modernste und effektivste ist. Als größter Exporthafen des Landes ist Kotka in erster Linie Exporteur der verschiedenen Produkte der finnischen
Holzveredelungsindustrie und dient gleichzeitig den vielseitigen Produktionsstätten der örtlichen Großindustrie.
Das Bildmotiv der Briefmarke stellt die Ladearbeiten im Hafen dar und im Hintergrund die von dem Architekten Alvar Aalto geplante
Zellstofffabrik Sunila. Auf dem Bild finden wir weiter einen auf das Jubiläum hinweisenden Text und das Wappen der Stadt Kotka.
Die Zellstoffabrik Sunila Oy nahm am 16. Mai 1938 die Produktion von Zellstoff auf. In den 40 Jahren seit Bestehen entwickelte sich die
Firma zu einem der führenden Unternehmen der finnischen Holzveredelungsindustrie. Die Jahreskapazität an ungebleichtem, halbgebleichtem und gebleichtem Sulfat-Zellstoff beträgt 240000 t. Als Rohstoff
dient ausschließlich Kiefernholz, das in 13 Zellstoffkochern zu je 140 cbm Inhalt gekocht wird. In zwei Bleichereianlagen und auf fünf Zellstoffmaschinen erfolgt die Weiterverarbeitung des
aufgeschlossenen Holzes zum Zellstoff.
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Belgien 1991 Finnisches Papier für belgische Zeitungen
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In Fabriano, einer kleinen Stadt zwischen Ancona und Peruggia in Mittelitalien, beginnt die Papierproduktion um das Jahr 1268. Man nimmt an, daß das
Wissen um die Techniken der Papierproduktion von sizilianischen Kriegsgefangenen oder auch den Kreuzzüglern verbreitet wurde. Die ersten Papiermacher in Fabriano waren Dominikanermönche.
Fabriano war berühmt für seine (Eisen-) Schmiede und deren Fertigkeiten. Diese Schmiede entwickelte dann auch die Hammer- und Stampfwerke, die man
zur Zubereitung des nötigen Faserbreis aus Hadern und Lumpen einsetzte. Aus dieser nutzbringenden Zusammenarbeit erwuchs schon bald eine Papier-»Industrie«, wie auch das erste Wasserzeichen belegt, das schon 1282
für Fabriano nachgewiesen ist. Neue Maschinen (die die Verarbeitung von Hadern verbilligten), ein neu entwickeltes Verfahren zur Oberflächen-Leimung der Bögen und deren selbstbewußte Kennzeichnung mit einem
Wasser-(Marken)zeichen zeugen schon Ende des 13. Jahrhunderts von einem expandierenden neuen Wirtschaftszweig. Das Papier von Fabriano war dem spanischen weit überlegen und erfreute sich steigender Nachfrage: »Von
Fabriano geht Papier in alle Welt« lautete die Wappendevise der Stadt. Kennzeichen des Papiers war die gerühmte satinglätte, die durch einen ausgezeichneten Gelatineklebstoff erreicht wurde. Zwölf Bogen Papier
kosteten Ende des 14. Jahrhunderts etwa so viel wie eine Pergamenthaut. In Deutschland war das italienische Papier hochgeschätzt; deutsche Kaufleute stapelten es im »Fondaco dei Tedeschi« in Venedig, von wo es in
die süddeutschen Städte ging.
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Sowjetunion 1971
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Die Papierfabrik befindet sich etwa 1.200 km Fluglinie von Moskau entfernt, nordöstlicher Richtung, in einem Vorort Eschva von
Syktyvkar. Syktyvkar ist die Hauptstadt der Sowjetrepublik Komi. Etwa 420.000 km2 Fläche und nur 1,5 Mill. Einwohner, davon 200.000 in Syktyvkar, deren Nationalsprache der Finnischen ähnelt, z.B.
Suomi-Komi, etc. Landschaft: 80% Wald, Rest Taiga bzw. Tundra – das Holz für die Papierfabrik wird während des kurzen Sommers geflößt.
Die Papierfabrik besitzt momentan 6 große Papiermaschinen auf denen vor allem holzhaltige Buchdruck-, Illustrationsdruck- und
Offsetpapiere hergestellt werden. Aber auch Hygienepapier und Milchverpackungskarton wird hier produziert.
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Sowjetunion 1981
In der Mitte des Bildes ist der hintere Teil einer Papiermaschine, die sog. Trockenpartie mit dem Pope-Roller bzw. Tambozur dargestellt.
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Pakistan 1955/1957
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Bulgarien 1964
Die Zellulose- und Papierfabrik in Bukijovic produzierte Anfang der 1960er Jahre rund 60.000 Tonnen jährlich gebleichtes Stroh-Sulfatzellstoff sowie holzhaltige und holzfreie Papiere
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