Home
Der Greif
Fürsten und Patres
Über Papier
Buchbinderei
Organisationen

Das Wappen der Familie Gutenberg

Während die Namengebung für Nicht-Patrizier ziemlich willkürlich war, durften die adligen Geschlechter in Mainz ihre Familiennamen nach den von ihnen bewohnten Höfen zu nennen. So spiegelt sich der Einfluß der »Gutenberg-Familie« allein im Wechsel der Namen wieder. Von einem geborenen Gutenberg kann keine Rede sein.

Das aus dem Jahr 1461 überlieferte Wappen Gutenbergs zeigt im Schild einen barfüßigen, tief gebückten, auf einem Stock gestützten, bartlosen Mann, der mit einer den Kopf umhüllenden Zipfelmütze und einem weiten Mantel bekleidet ist und der auf dem Rücken ein hoch ragendesunbekanntes Etwas trägt. Auf den Fingerspitzen wird weit eine Schale vorgestreckt. Über dem obligatorischen Ritterhelm wiederholt sich die Zipfelmütze. Sicher: Kein Judenhut, denn ein getaufter Jude würde nie auf seine Herkunft deuten und im übrigen auch nicht im Rat der Stadt Mainz sitzen können. Die Figur könnte einen Bettler oder einen Bettelvogt darstellen, denn in einer Seitenlinie der Gutenbergs ist der Name »Sorgenloch« gegeben.

Der Greif

Das Buchdruckerwappen ist eine Erfindung des 17. Jahrhunderts. Im »Spiegel des Erzhauses Österreich« (1668) findet man zuerst erwähnt, daß Kaiser Friedrich III. (1415-1493) die Buchdrucker Gold zu tragen berechtigte, sie auch sonst dem Adel und den Gelehrten gleichgestellt und befreit und in Sonderheit den Setzern einen Adler, den Druckern einen Greif mit Druckerballen in der Klaue, beide Wappen mit offenem Helm, verliehen habe.

Eine besondere Begünstigung der Buchdruckerei durch Kaiser Friedrich III. ist so wenig bekannt, wie sich ein Beweis für eine Wappenverleihung an die Gesamtheit der Drucker finden läßt. Johann Schott, ein Enkel des Johann Mentel (Hans Mentelin) zu Straßburg, besaß die Unverfrorenheit, seinen Großvater Mentel zum Erfinder der Buchdruckerkunst zu machen. Er druckte das von Kaiser Friedrich seinem Großvater und dessen ehelichen Leibeserben 1466 verliehene Wappen mit einer Inschrift, welche diesen als Erfinder der Buchdruckerkunst nennt, auf seine Bücher.

Durch Schotts Fälschung entstand in der Öffentlichkeit der Eindruck, dieses Wappen sei allen Buchdruckern gegeben worden. Das an Mentel verliehene Wappen zeigt weder Adler noch Greif, sondern einen Löwen. Der Greif, das eigentliche Wappentier der Buchdrucker erscheint als Firmenzeichen einiger Drucker schon am Ende des 15. Jahrhunderts. Die heraldische Form des allgemeinen Buchdruckerwappens stammt wahrscheinlich von dem Heraldiker Caspar Büsching (Büssingius), der es in seiner »Kurzgefaßten Heroldskunst« 1713 beschreibt.

Die erste Abbildung des uns bekannten großen Buchdruckerwappens dürfte in Nürnberg 1730 erfolgt sein: »Spörl - Introductio in notit. sign. Typograph«. Das Wappen zeigt im Felde eines deutschen Schildes einen Doppeladler mit zum Fluge gerichteten Flügeln, der Winkelhaken und Druckerballen hält. Über dem Schild sieht man einen offenen Helm, welcher die Krone trägt. Auf der Krone des Helms steht ein wachsender geflügelter Greif nach rechts gekehrt, welcher in seinen Klauen zwei aufeinander gesetzte Buchdruckerballen trägt. Offene Helme durften nur adlige Familien oder solche Personen führen, welche aus besonderer Gnade des Kaisers oder hoher Landesherren Adelsprivilegien genossen. Hiervon mag die Meinung kommen, der vielgenannte Kaiser Friedrich III. habe die Buchdrucker »adelgleich« gemacht. Auch Mentels Wappen hatte keinen offenen Helm. Es hat adelige Buchdrucker gegeben, die für ihre Person den offenen Helm geführt haben, doch liegt kein Grund vor, diese Auszeichnung unter die Rechte aller Buchdrucker zu setzen.

Ungarn 1971

Bulgarien 1962

Jugoslawien 1955

Österreich 1982                  Wappen der Buchdrucker

Druckschriften- Expedition Frankfurt 1898

Österreich 1977                    Wappen der Papiermacher