Konstruktionen

 

Niederlande 1983

Italien 1934

Bundesrepublik Deutschland Berlin 1954

USA 1996

Tschechoslowakei 1991

USA 1988

Bundesrepublik Deutschland Berlin 1961

Großbritannien 1995

Tschechoslowakei 1957

Italien 1952

Berlin 1961

Bundesrepublik Deutschland 1968 Schnellpresse von Koenig

Chester Carlson

Ottmar Mergenthaler

Frederick E. Ives

Luigi Galvani

Willem J. Blaeu

Alois Senefelder

Albrecht Dürer

Leonardo da Vinci

Rowland Hill

Karl Klic

Johannes Gutenberg

 

 

Willem Janszoon Blaeu 1571–1638

Ab 1605 wohnt Willem Janszoon Blaeu in Amsterdam. Um diese Zeit wird ihm ein Patent auf eine Weltkarte verliehen. Bekannt sind der Erdglobus von Blaeu (1599) und sein Himmelsglobus (1603). In Amsterdarn schreibt er Bücher, baut Instrumente und verbessert Landkarten anhand von Unterlagen, die ihm Seeleute zur Verfügung stellen.

In der Werkstatt von Blaeu sind zu jener Zeit neun Druckpressen aufgestellt, die er nach den Musen des Altertums benannte. Neben den großen Setzkästen befand sich Platz für eine Kartendruckerei, daneben ein Raum für das Gießen von besonders großen Buchstaben, ein besonderes Korrektorzimmer und Magazine für Schnitte, Kupferstiche und Landkarten. Den Wert der Landkarten schätzte man auf über eine Tonne Goldstücke.

Die Familie Blaeu selbst wohnte nicht in der Druckerei, sondern in einem daneben liegenden Palast. Bei Blaeu in Amsterdam lernt Kis de Misztótfalusi ab 1680 Setzen und Drucken.Für die Ausbildung eines Lehrlings wie Totfalusi erhielt Blaeu 200 Taler Lerngebühr je Halbjahr.

Als Instrumentenmacher zeigt er Verständnis für die Probleme der Druckpresse und bemüht sich um Verbesserungen. Auf ihn gehen konstruktive Erweiterungen im Druckpressenbau zurück. Er setzt sich ein besonderes Ziel: Es geht ihm darum, den harten und zu plötzlichen Anpreßdruck auf ein vertretbares Maß zu reduzieren, und dabei das Druckergebnis nicht zu verschlechtern. Er geht davon aus, daß ein mehr federnder Anpreßdruck zu einer Verbesserung des Abdrucks führt. Er erzielt es durch den Einbau einer konvexen metallischen Platte, die an den Kanten des Metalltiegels heruntergebogen wird. Sie wird durch ein eisernes Schloß mit der Spindel verbunden, die die Vertikalbewegung mit ausführt. Der Vorteil dieser Konstruktion ist, daß sich beim Abdruck eine federnde Wirkung ergibt. Während eine höhere Spannung in die konvexe Platte gebracht wird, entspannt sie sich beim Loslassen. Folglich schnellt der Bengel von allein in seine Ausgangsposition zurück und nimmt den Tiegel dabei ein Stück mit nach oben.                                                                                  nach oben

 

Luigi Galvani 1737–1798

Luigi Galvani war Professor für Anatomie und Geburtenhilfe in Bologna. Bei naturwissenschaftlichen Experimenten entdeckte er 1786 in dem berühmten Frosch­schenkelversuch ein Zucken der Muskulatur, wenn diese von zwei miteinander verbundenen verschiedenen Metallen berührt wurde. Diese von ihm ursprünglich als tierische Elektrizität oder »Lebenskraft« gedeutete Erscheinung wurde von Alessandro Volta physikalisch exakt erklärt und führte zur Elektrophysiologie und zur Entwicklung des galvanischen Elementes (elektro­chemische Stromquellen), aus dem später die Elektrolyse und die heutigen vielseitig verwendeten Trockenbatterien hervorgingen.

Galvanoplastik nennt man das Verfahren, mittels des galvanischen Stromes das in gewissen Metallsalzlösungen enthaltene reine Metall auf Gegenstände atomweise niederzuschlagen. Die Galvanoplastik wird besonders in der Schriftgießerei angewendet, und zwar bei der Erzeugung von Matrizen und sog. Kupferklischees (Galvanos).                                                nach oben

 

Ottmar Mergenthaler 1854–1899

Der in Deutschland geborene gelernte Uhrmacher Ottmar Mergenthaler wan­derte 1872 als Achtzehnjähriger in die USA aus. Er arbeitet dort in der Werkstatt seines Vetters August Hahl, zunächst in Washington, seit 1874 in Baltimore, und wurde nach einigen Jahren Teilhaber des Betriebs. In der Werkstatt wurden Uhren und andere mechanische Geräte hergestellt.

In der zweiten Hälfte der 1870er Jahre nahmen der Erfinder Charles T. Moore und der Gerichtsstenograph James O. Clephane, der sich aus beruflichen Gründen für die Mechanisierung des Schreibens interessierte, mit Plänen für eine Art Schreibmaschine zu Mergenthaler. Aus dieser Zusammenarbeit heraus entwickelte sich das Setzmaschinenprojekt; und es ist nicht zuletzt der Beharrlichkeit Clephanes – und seiner Fähigkeit, Geldgeber zu finden – zu danken, daß Mergenthaler schließlich Erfolg hatte.

Ottmar Mergenthaler hat ihn später aus Dankbarkeit für diese Treue und für seine unbedingte Siegeszuversicht den »Vater der Setzmaschine« genannt, heißt es über das Verhältnis von Mergenthaler zu Clephane in der Schrift, die die Linotype Company 1954 zum 100. Geburtstag des Erfinders herausgab.

Nach verschiedenen Versuchen entwarf Mergenthaler, der sich inzwischen in Baltimore selbständig gemacht hatte, erstmals 1884 eine kombinierte Matrizensetz- und Zeilengießmaschine, die allerdings noch nicht mit Einzelmatrizen arbeitete und auch keine automatische Ausschließvorrichtung besaß.

Das Datum der Vorführung dieser Maschine vor einem kleinen Kreis von Fachleuten in Mergenthalers Werkstatt in Baltimore, der 26. Juli 1884, wird als »Geburtstag der Zeilensetzmaschine« bezeichnet. Für andere Historiker dagegen liegt dieses Datum im Jahre 1885, als Mergenthaler zum Prinzip der zirkulierenden Einzelmatrizen überging, die das Spezifische seiner Erfindung sind und ihren entscheidenden Unterschied im Vergleich zu anderen Zeilensetz- und Gießmaschinen ausmachen. Die Erfindung des Matrizenkreislaufs ist auch das tatsächlich Originelle an Mergenthalers Entwicklung. Die grundsätzlichen Prinzipien und Teile berücksichtigte Mergentaler in seiner Konstruktion, bevor er überhaupt von den Setzer die Probleme gehört hatte.

Um die Produktion der 1885 entwickelten Maschine zu finanzieren, wurde 1886 die »Mergenthaler Printing Company« mit einem Grundkapital von 1 Millionen Dollar gegründet, an der sich bedeutende amerikanische Zeitungsverleger beteiligten. So auch der Verleger der »New York Tribune«, Whitlaw Reid, in deren Räumen im Juli 1886 die erste Maschine in Betrieb genommen wurde. Hier soll sie auch den Namen Linotype erhalten haben, eben weil sie den Satz in Form einer »line of types«, einer Zeile, produziert. Von diesem Typ (Blower Linotype) wurden über 200 Maschinen gebaut, 60 davon gingen nach England.

Im Gegensatz zu seinenGeldgebern war Mergenthaler mit dem technischen­ Entwicklungsstand der Blower Linotype noch nicht zufrieden. Das führte zu Konflikten.

Ottmar Mergenthaler gab 1888 seinen Man­agerposten bei der Mergenthaler Printing Company auf, um in Baltimore eine eigene Maschinenfabrik einzurichten, zu deren Finanzierung er fast seine gesamten Anteile an dem Unternehmen, das seinen Namen trug, verkaufte. 1889 entwickelte er ein verbessertes Modell (Square Base Linotype), erstmals mit der typischen Linotypeform, und 1890 schließlich die Maschine, die ihn berühmt machen sollte, die »Simplex Linotype (Model I).«

Die »Simplex Linotype« war die Maschine, für die Mergenthaler vierzehn Jahre gearbeitet hatte; seine Konstruktion wurde in aller Welt begrüßt, und Edison soll sie als achtes Weltwunder bezeichnet haben.

Wie bei früheren Maschinen auch sitzt der Maschinensetzer an der Linotype vor einem Tastenfeld. Es umfaßt neunzig Tasten in sechs Reihen sowie eine weitere Taste für die Spatien. Durch Anschlag der Tasten werden die einzelnen Matrizen aus dem Magazin gelöst, das sich oberhalb der Tastatur befindet. Die Matrizen gleiten durch die Führungkanäle auf einen schnell laufenden Transportriemen und sammeln sich im Blickfeld der Arbeitskraft, so daß sie Fehler bemerken und falsche Matrizen von Hand austauschen kann. Die Wortzwischenräume werden mit Spatienkeilen gefüllt, die ebenfalls per Tastenanschlag aus einem Magazin gelöst werden. Ein Glockenzeichen macht darauf aufmerksam, wenn eine Zeile fast gefüllt ist, und es braucht dann nur noch ein Hebel rechts neben der Klaviatur niedergedrückt zu werden, damit die Maschine die Zeile automatisch ausschließt. Das geschieht in der Weise, daß die Spatienkeile so weit in die Wortzwischenräume gedrückt werden, bis die eingestellte Formatbreite erreicht ist. Danach gelangt die Zeile automatisch zum Gießkessel, wo die Matrizen mit Blei gefüllt werden. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, wandern Matrizen und Spatienkeile zurück in ihre Vorratsbehälter. Die gegossenen Zeilen werden geglättet und gereinigt und in einer Art Setzerschiff gesammelt. Die Arbeitskraft kann, sobald sie eine Matrizenzeile gesetzt und per Hebeldruck zum Ausschließen weggeschickt hat, unverzüglich mit dem Satz einer neuen Zeile beginnen, denn die übrigen Arbeitsschritte Ausschließen, Gießen und Fertigmachen der Zeilen sowie Ablegen der Matrizen und Spatien und Keile für die Wortzwischenräume erledigt die Maschine.

»So einfach ist das.«                                                        nach oben

 

Frederick Eugene Ives 1856–1937

Der US-amerikanische Ingenieur erfand 1878 ein fotomechanisches Verfahren zur Herstellung von Autotypien. 1886 führte er den Emailkopierprozeß ein und stellte um 1890 gemeinsam mit Max Levy in Philadelphia Glasgravurraster her. Ives förderte die Farbfoto­graphie, baute das Heliochromoskop und die Triple-Farblaterne. Er regte die industrielle Herstellung von Rastern für den Buchdruck an.

Max Levy war Fotograph und Reproduktionstechniker und erfand gemeinsam mit seinem Bruder Louis eine Autotypieätz-Maschine,die dann von ihm und Ives in Serie hergestellt wurde.                                                   nach oben

 

Alois Senefelder 1771–1834

Alois Senefelder ist der Erfinder der Lithographie, der »chemischen Druckerey«. Der in Prag geborene Senefelder versuchte als Schauspieler und Theaterschriftsteller seine Stücke selbst im Druck herauszugeben und hierzu ein einfaches Verfahren zu finden.

Bei seinen Versuchen erfand er eine Art Hochdruck vom Stein, auf den er jedoch kein Patent erhielt. Eine Zeitlang versuchte er, Buchdrucktexte in Kupfer zu radieren, dann auf Zinn zu ätzen, griff jedoch nach vielen unbefriedigenden Versuchen zum Schieferstein, aus dem sich der Lithographiestein entwickelte. Bei immer neuen Versuchen erfand Senefelder die Autographie und damit die Grundlage für den Steindruck. Der Solnhofer Kalkschiefer zeigte sich als der am besten geeignete Stein für die Lithographie.  1799 erhielt er vom Kurfürsten ein »Privilegium« für fünfzehn Jahre. 1806 zog Senefelder nach München, wo er eine Steindruckerei einrichtete. Drei Jahre später wird er zum Leiter der für den Landkartendruck bei der Steuerkatasterkommission eingerichteten Steindruckerei ernannt.

1817 stellte Senefelder der bayerischen Akademie der Wissenschaften das Modell einer verbesserten Druckpresse für die Herstellung von Lithographien vor. 1818 erschien sein »Vollständiges Lehrbuch der Steindruckerey«, dem rasch mehrere Übersetzungen folgten (französisch, englisch, italienisch). 1826 wurden von Senefelder die ersten Mehrfarbendrucke hergestellt. 1833 druckte er zum erstenmal auf Stein reproduzierte Ölgemälde auf Leinwand. Weitere Erfindungen Senefelders waren das Steinpapier (1813), das den schweren Schieferstein ersetzen sollte und die Kreidelithographie.

 

Chester Carlson 1906–1968

Die Xerographie arbeitet auf dem Prinzip der indirekten Elektrophotographie. Zunächst wird die Halbleiterschicht (Selen als Photohalbleiter) in der zylindrischen Kopiertrommel im Dunkeln mit Hilfe eines dünnen Drahtes gleichmäßig elektrostatisch aufgeladen. Dies geschieht über eine sogenannte Koronaentladung – das ist im Prinzip eine selbständige Gasentladung. Weil die Halbleiterschicht durch Licht elektrisch leitend wird, verursacht die anschließende Belichtung eine Ladungsabwanderung von den weißen Stellen des Originals auf die Kopiertrommel. In belichteten Bereichen der Trommel wird die elektrostatische Aufladung aufgehoben. An den dunklen, unbelichteten Stellen bleibt die Aufladung erhalten. Durch diesen Prozeß entsteht auf der Halbleiterschicht der Kopiertrommel ein nicht sichtbares, elektrostatisches Bild des Originals.

Für die Entwicklung des sichtbaren Bildes gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das häufig verwendete Zweikomponentensystem besteht aus einem magnetisierbaren Träger und dem Farbstoff (Toner). Bei dem Träger handelt es sich meist um feine Eisenpartikel oder um Kunstharz mit ferromagnetischem Material. Der Toner besteht aus einem Gemisch aus feinem Kohlenstaub sowie einem thermoplastischen Kunststoff und haftet auf dem Träger. Träger und Toner werden zusammen auf eine Magnetwalze aufgetragen, die der Kopiertrommel parallel gegenüberliegt. Die Eisenpartikel richten sich auf der Walze zu einer »Magnetbürste« aus und streichen über die sich drehende Kopiertrommel. An den elektrostatisch aufgeladenen Bereichen auf der Trommel bleiben Tonerpartikel haften. Die Übertragung des Toners auf das Papier erfolgt ebenfalls auf elektrostatischem Weg über eine Koronaentladung auf der Papierunterseite. Bildlich gesprochen wird bei diesem Vorgang der Farbstoff von dem Papier aufgesogen. Anschließend wird die Kopiertrom­mel entladen und mechanisch von Restpartikeln befreit. Die entstandene Kopie wird mit Hilfe von Wärmestrahlen oder beheizbaren Walzen erwärmt. Der im Toner enthaltene thermoplastische Kunststoff schmilzt bei diesem Vorgang und durchdringt das Papier – die Kopie ist abriebsicher.

Dem Amerikaner Chester Carlson gelang es erstmals 1938, Bilder auf elektrostatischem Wege, zu erzeugen.1946 führte John H.Dessauer dieses Verfahren nach Weiterentwicklung kommerziell ein.              nach oben

 

Albrecht Dürer 1471–1528

Dürer erlernte das Goldschmiedehandwerk bei seinem aus Ungarn stammenden Vater und ging anschließend bei dem Nürnberger Maler Michael Wolgemut in die Lehre. 1489 bis 1594 wanderte Dürer am Mittelrhein, durch die Niederlande, nach Basel und Straßburg. 1894 heiratete er Agnes Frey und unternahm anschließend seine erste Reise gen Italien. Es ist nicht auszuschließen, daß er auf dieser Reise (in Norditalien) die aus der neuen Welt stammende Süßkartoffel kennenlernte und in dem Bild »Marktbauern« verarbeitete. 1498 erschien sein erster Graphikzyklus: Die von ihm selbst gedruckten und verlegten  fünfzehn Holzschnitte der Apokalypse. Nach 1512 führte Dürer größere Aufträge für Kaiser Maximilian I. aus, insbesondere die Illustrationen für dessen Gebetbuches.

Für die Herstellung seiner Graphiken konstruierte Dürer eine Druckmaschine.                                                                                                nach oben

 

Sir Rowland Hill 1795–1879

1837 verfaßte Hill eine Broschüre »Post Office Reform, ist Importance and Practibility«, die der Öffentlichkeit und der zwei Jahre vorher gegründeten »Royal Commission« des britischen Parlaments übergeben wurde. Hill schlug in dieser Denkschrift »gestempelte Briefbögen und -umschläge« vor – ein Gedanke, der 1834 bereits von Charles Knight gemacht wurde. Hill wurde vom Parlament mit der Durchführung der Postreform beauftragt und führte das sog. Penny-Porto-System ein, das erhebliche Vereinfachungen im Postbetrieb und eine Senkung der Postgebühren (mit einem etwa zehnjährigen darauffolgendem Defizit der Post) mit sich brachte. 1840 wurden auf Vorschlag Hills von der Post die ersten aufklebbaren Briefmarken und auf Briefbögen und Umschlägen eingedruckte Wertmarken (sog. Mulreadies) ausgegeben. Auch die Briefmarke hat Hill nicht erfunden: Hier griff er eine Idee des schottischen Zeitungsverlegers und Buchdruckers James Chalmers auf (den ersten Vorschlag, Briefmarken bzw. aufklebbare Brieftaxstempel »nach Art gepreßter Papieroblaten« zu verwenden, hatte der österreichische Beamte Lovrenc Kosir 1835). Rowland Hill wurde zum Generalpostmeister ernannt und 1860 geadelt, bei seiner Pensionierung 1864 erhielt er eine Zuwendung von 20.000 Pfund für seine Verdienste um die Post. Rowland Hill baute 1835 ein Modell einer Rotationsmaschine für Rollenpapier, um seine Briefmarken schneller und billiger herstellen zu können.                      nach oben

 

Karel Klic (1841–1926)

Karel Klic war Fotograf in Wien und experimentierte nicht nur auf dem Druckgebiet, sondern auch in der Linoleumherstellung und in der Galvanotechnik, für die er verschiedene Patente erhielt.

1886 wanderte Klic nach London aus und kam dort in Verbindung mit der Firma Storey Brothers, die u.a. als Kalikodrucker tätig waren.

1895 wurde auf Klics Anregung und mit seiner Mitarbeit die »Rembrandt Intaglio Printing Company« in Lancaster gegründet. Zwei Jahre später kehrte Klic nach Wien zurück.  Die Rembrandt Intaglio Printing stellte im Rollenrotationstiefdruck Kunstblätter her, die nachträglich mit einem Prägerand versehen wurden, um echte Heliogravuren vorzutäuschen.1961 wurde Firma von  der »Sun Printers« in Watford gekauft.                               nach oben

 

Leonardo da Vinci (1452–1519)

Da Vincis ist einmalig als Maler und als Zeichner, als Bildhauer und als Baumeister, als Militäringenieur im Festungsbau und als Erfinder, als Naturforscher und als Kunsttheorethiker.

Als außerehelicher Sohn eines Notars wurde Leonardo von diesem wie ein legales Kind erzogen und gefördert.  Mit 15 Jahren kam er in die Werkstatt des Florentiner Meisters Verrocchio und wurde dann Mitglied der Malerzunft. 1482 bis 1499 arbeitete er am Hof des Herzogs von Mailand. Hier systematisierte da Vinci seine Naturbeobachtungen und beriet den Herzog bei den Festungsbauten. 1500 geht da Vinci wieder nach Florenz zurück und macht dort insbesondere naturkundliche Studien, konstruiert Festungsanlagen und Kanalbauten und erfindet unterschiedliche Geräte und Maschinen: Einen Hubschrauber (der nicht fliegt), ein Unterseeboot, ein Fallschirm und eine Druckmaschine. 1507 geht er auf Einladung des französischen Statthalters wieder nach Mailand. 1513 zieht da Vinci nach Rom (weil der kunstliebende Leo X. Papst wurde). Da die erwarteten Aufträge ausbleiben, nimmt da Vinci die Einladung des französischen Königs Franz I. an und geht nach Frankreich. In unzählligen Zeichnungen von Muskeln, Knochen und Gehirnen versucht er vergebens, das Gesetz des Lebens zu entdecken.

Ein Universalgenie der Renaissance, der mehr konnte als die Mona Lisa malen.

 

Johannes Gutenberg (1400–1468)

Die Erfindungen des Drucks mit beweglichen Lettern sind die ersten technischen Innovationen, die eindeutig und namentlich mit einer Person direkt verbunden werden, mit Johannes Gutenberg, und sie bilden die Grundlage für die erste Massenproduktindustrie. Sie revolutionieren die Welt stärker als die kurz vorher erfundene mechanische Uhr, die von Hans Sachs und Jost Amann noch eng nebeneinander gesehen werden.

Es ist sicher, daß der Buchdruck nicht in Europa erfunden wurde. »Gedruckte«, das heißt mechanisch vervielfältigte Bücher sind lange vor Gutenberg in Asien her­gestellt worden. Sowohl in China wie auch in Korea und Japan läßt sich Buchdruck bis in das achte Jahrhundert zurückverfolgen. In einer Zeit also, als in Europa das so gern zitierte finstere Mittelalter herrschte, war in Ostasien bereits ein Mittel gefunden, den mühsamen und jeweils einmaligen Vorgang des Abschreibens von Büchern oder Papieren abzu­lösen durch einen früh-industriellen Prozeß, nämlich durch die Produktion von Blockbüchern.

Es wird allgemein gemeint, Gutenberg sei der Erfinder des Drucks mit beweg­lichen Lettern (wenn man davon absieht, daß manche Holländer ­ihren Laurens Janszoon Coster aus Haarlem als Erfinder der Buchdruckerkunst ansehen). Aber: Bereits vier Jahrhunderte vor Gutenberg ist in China mit beweg­lichen Lettern gedruckt ­worden. Es ist der Name ­eines Schmiedes (oder eines Gelehrten), Pi Sheng, über­liefert, der als Erfinder des Drucks mit beweg­lichen Lettern (nicht nur) in China angesehen wird und in der Mitte des elften Jahrhunderts mit beweglichen Let­tern aus Ton gedruckt haben soll.

Mit Kiefernharz, Wachs und Papierasche soll eine Eisenplatte bestrichen worden sein, welche mit einem Rahmen umspannt wurde. In eine Lage Ton seien die gewünschten Druckbuchstaben »geschnitten« und anschließend im ­Feuer gehärtet. Die einzelnen Lettern wurden dann auf der Eisenplatte festgedrückt, worauf man – wenn der Rahmen ausgefüllt war – auf dessen Rückseite die Klebmasse am Feuer leicht erwärmen ließ. Auf diese Weise konnte mit einem glatten Brett die Oberfläche nivelliert werden. Wenn schließlich von diesem »Satz« gedruckt worden war, brachte man die Klebmasse am Boden der Eisenplatte wieder zum Schmelzen, so daß die einzelnen Lettern herausfielen. Bei einem Druck aus dieser (Sun-)Zeit steht ein Wort auf dem Kopf, was bei einem Holzschnittbuch unmöglich ist.

In einem Bericht aus jener Zeit heißt es »Es gab mehrere Lettern für jedes Schrift­zeichen. Für bestimmte häufige Schriftzeichen gab es sogar zwanzig oder mehr Lettern; auf diese Weise war man darauf eingestellt, wenn sich auf derselben Seite ­bestimmte Schriftzeichen wiederholten. Wurden die Lettern nicht benutzt, ordnete er [Pi Sheng] sie mit Hilfe von Papier­schildchen [. . .] und verwahrte sie so in Holzkisten. Wenn einmal ein seltenes Schriftzeichen vorkam, das nicht im voraus gefertigt worden war, so ­wurde dieses wie gewünscht geschnitten und mit [einem Feuer aus] Stroh gebacken; im Nu war es fertig.« Es wurden aber auch bald nach Pi-Sheng Lettern hergestellt, die aus einer Zinn-Legierung bestanden. Eine weitere Erfindung in China am Anfang des vierzehnten Jahrhunderts war die Herstellung von Einzel-Lettern aus Holz durch Wang-Dschen, die aus Holzplatten, wie sie für die Blockbücher hergestellt wurden, ausgeschnitten wurden. Zur gleichen Zeit wird von Wang-Dschen auch der Setzkasten erfunden: zwei runde Tische mit den erforderlichen Zeichen. Ein hinreichender Wortschatz eines chinesischen Setzkastens besteht aus nicht weniger als 18.000 Zeichen.

Der Buchdruck mit beweglichen, metallenen Lettern ­wurde vor Gutenberg in Korea erfunden. Dort sei 1334 ein Gesetzesbuch über die Moral (»Ko Keum Sang Jung Ye Moon«) in fünfzig Bänden achtundzwanzigmal mit metallenen Lettern – wahrscheinlich aus einer Zinn-Legierung – gedruckt worden. Als das älteste, bisher ein­deutig nachweisbare mit beweglichen, metallenen Lettern verfertigte Druckwerk gilt die »Jik Ji Sim Kyung«das aus dem Jahr 1377 datiert.

Bei Gutenbergs Erfindung handelt es sich um die Ver­wendung mit beweglichen, metallenen und dauerhaft halt­baren Lettern. Durch die Vielzahl von gegossenen Lettern aus Metall, wie sie durch das von Gutenberg erfundene Gießgerät in ­unbeschränkter Zahl und gleichbleibender Quali­tät hergestellt werden konnten, läßt sich von einem wirk­lichen Buchdruck mit beweglichen Lettern sprechen, denn erst jetzt können (theoretisch unbegrenzt) viele ­Seiten gesetzt und gedruckt werden, ohne die bereits verwendete Form wieder zu zerstören.

Die Einzigartigkeit der Guten­berg­­­­schen Erfindung läßt sich an der ­bemerkenswerten Tatsache festmachen, daß der Buchdruck in Europa auf einer Presse erfolgte, denn eine Buchdruckerpresse war in China, Korea oder Japan un­bekannt. Zum »Druck« be­nutzte man nichts weiter als ­Bürsten zum Einfärben und Abreiben der Holztafel oder der Steintafel.

Die wohl schon in Straßburg entwickelte Idee der einer Rebenpresse nach­mpfundenen Presse war da wesentlich effizien­ter. Gutenberg war bei dieser Erfindung auf die Handwerkskunst des Straßburgers Kistners Conrat Sahs­pach ­angewiesen. Mit dem asiatischen Bürsten­abzugsverfahren konnten sicher­lich von einer einzelnen Person am Tag Hunderte von Abzügen hergestellt werden, wobei sogar der Farbglanz den europäischen Drucken in nichts nachsteht.

Die Bedeutung der Erfindung Gutenbergs beruht also nicht auf der Anwendung beweglicher Lettern, sondern auf die Reihe anderer Erfindungen, die nur in ihrer Gesamtheit und im Zusammenspiel die schnelle Verbreitung der Buch­druckkunst nach sich zogen.

Die erste Erfindung Gutenbergs ist eine Gießeinrichtung für beliebig viele Abgüsse identischer Lettern. Dazu ­wurde aus hartem Metall ein Buchstabe geschnitzt oder gestochen (Patrize), der in Kupfer eingeschlagen wurde und so eine Matrize, eine negative Form, ergab. Diese wurde in ein Gießinstrument eingesetzt und dann mit flüssigem Metall ausgegossen. So erhielt man verhältnismäßig viele gleichartige, identische, Abgüsse. Die Herstellung der Patrizen, der ­Matrizen und die Abgüsse erfordern großes Können. Bei dieser Erfindung kamen Gutenberg Kenntnisse aus seiner Tätigkeit als Goldschmied und Spiegel­macher zu­gute.

Die Herstellung der für die Lettern verwendete und notwendige Legierung, die zweite Erfindung erfordert gründliche ­Kenntnisse der Metallurgie, denn einige ­Legierungen schrumpfen ­nämlich beim Abkühlen und hätten der Schrift ein un­ruhiges Aussehen gegeben. Bei dem Letternmetall soll es sich um eine Legierung aus Zinn, Blei, Antimon und ­etwas Wismut gehandelt haben – eine Mischung, die ähnlich auch heute noch verwendet wird.

Die dritte Erfindung Gutenbergs bezieht sich auf die Art der Druckfarbe. Die bisher übliche war für die neue Bedruckungsart nicht geeignet, da sie zu dünnflüssig war und am Papier durchschlug. Gutenberg »er«fand eine für seinen Zweck geeignetere Druck­­farbe: Sie bestand aus Leinölfirnis und Ruß. Diese neue Farbe trocknete verhältnismäßig schnell und ermöglichte außer­dem den Druck auf der Vorder- und Rück­seite des Papiers, was sich für den Druck von Büchern als äußerst günstig erwies.

Die Druckfarben­zusam­men­­set­zung wurde mit fort­schreitender Technik ab­gewandelt und die Drucker wurden ihre eigenen »Apo­theker«, da auch die Qualität oder Art des Papiers von Ort zu Ort wechselte. Aus der Rechnung einer Druckerei in Florenz aus dem 15. Jahrhunderts ergibt sich, daß dort folgende Rohstoffe für die Druckfarbe eingesetzt wurden: Leinöl, Terpentin, Harzpech, schwarzes Pech, Schwefelkies, Zinnober, Harz, verschiedene Firnisse, Gall­äpfel, Vitriol und Schellack.

Für einen guten Druck war (und ist) der gleichmäßige Auftrag der Druckfarbe auf die Form von entscheidender Bedeutung. Gutenberg ­löste das Problem durch die ­(vierte) Erfindung und Verwendung des Druckerballens. Es handelte sich um Tampons, die mit Roßhaaren gefüllt und mit Hundeleder überzogen waren. Diese Ballen ermöglichten die dauerhafte gewünschte gleichmäßige Verteilung der Drucker­farbe; darauf muß man erst einmal kommen, Hunde zu nehmen, weil diese keine Schweiß­drüsen haben.

Eine weitere Erfindung Gutenbergs bezog sich auf eine wirk­ame ­Druckerpresse. Hierbei kommt es darauf an, daß der Druck auf die Unterlage nach An­ziehen des Hebels und Senken der hölzernen Schraube oder Spindel möglichst gleichmäßig erfolgte. Dies erreichte Gutenberg durch eine von oben geführte Metallplatte, die das eingelegte ­Papier gleichmäßig gegen den eingeführten Satz preßte. Diese Presse mußte einen gewaltigen Druck aushalten und war deshalb auch von wuchtigem Ausmaß.

Erfunden wurde schließ­lich auch noch der Winkelhaken und das Setzschiff, die für die schnelle Zusammensetzung einzelner Lettern zu ganzen Zeilen und diese wiederum zu ganzen Seiten unabdingbar sind.

Johannes Gutenberg löste alle mechanischen und chemischen Probleme so hervor­ragend, daß bis ins 19. Jahrhundert hin­ein weder für die Druckpresse noch für die Herstellung der Lettern nennenswerte Veränderungen erfolgen mußten; das ist nicht darauf zurückzuführen, daß die frühen Drucker irgendwelchen Neuerungen abhold waren, denn zumeist arbeiteten sie in ihrem Offizin konkurrenzlos in einer Stadt und mußten also keine Rücksicht auf irgendwelche ört­liche Zunftregeln nehmen. Vielmehr waren diese frühen Drucker bei jedem technischen Problem genötigt, neue Wege zu gehen.

Gutenbergs Verdienst ist es, die schon bekannten und verbreiteten verschiedenen Elemente (einzelne Buchstaben aus der Siegelherstellung, Druckfarbe für Spielkarten, das eigentliche Drucken irgendwelcher seitenverkehrter Texte/Bilder) zusammengeführt und deutlich verbessert zu haben.                            nach oben

 

Friedrich Gottlob Koenig (1774–1811)

Er wurde geboren in Eisleben in Thüringen, ging schon mit acht Jahren in die Quinta des Eislebener Gymnasiums; dann Ausbildung zum Setzer und Drucker (Schweizer Degen) von 1790 bis 1794 bei Breitkopf & Härtel in Leipzig nach Zahlung des erforderlichen »Aufdingegeldes«, danach Studium der Mathematik und der Mechanik in Leipzig.

1803 konstruiert er in Suhl die erste Schnellpresse (unvollendet aus Geldgründen), reicht in Würzburg eine Denkschrift ein, die abgelehnt wird; sucht Geldgeber in Wien, Dresden, Berlin und Leipzig – selbst in St. Petersburg – allens vergebens; darum nach London. Erfolg!

Schließt mit dem Druckereibesitzer und Verleger Thomas Bensley einen Vertrag und bekommt für den Bau einer Presse Geld. 1810 ein erstes englisches Patent für die eiserne Presse, 1811 wird die Maschine bei Bensley in Betrieb genommen.

400 Bogen können in einer Stunde auf dieser Dampfdruckmaschine gedruckt werden.

1814 Schnellpresse für die TIMES. Dann eine neue Druckmaschine mit permanent rotierenden Druckzylinder und zwei Farbwerken.

1817 schließt er mit seinem Freund und Mechaniker Andreas Friedrich Bauer einen Vertrag und beide gründen in einem aufgelassenen Prämonstratenserkloster in Oberzell bei Würzburg eine Druck-maschinenfabrik. 1822 läuft die erste Maschine, bald darauf wird schon die vierte Schnellpresse bestellt, die alle bei der Firma Haude & Spener aufgestellt wurde (am 13. Januar 1823 wird die »Haude & Spenersche Zeitung» als erste kontinentale Zeitung auf einer Schnellpresse gedruckt).

Anfänglich prosperiert die junge Firma, aber nach der französischen Juli-Revolution 1830 und der folgenden verstärkten Pressezensur in Deutschland fast falliert – wäre da nicht die 1825 gekaufte Papierfabrik des ehemaligen Benediktinerklosters in Münsterschwarzach a.M. gewesen, die 1828 mit der Papierproduktion begann. Koenig war unter den ersten, die die große Bedeutung der Papiermaschine für die Entwicklung des Druckwesens erkannten.                                     nach oben