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In einem alten Fachbuch steht gedruckt
Tiegeldruckpressen sind Druckmaschinen für kleinere Formate und in der Regel auch nur für kleinere Auflagen.
Die einfachste Form der Tiegeldruckpresse ist die 1830 von Isaak Adam in Boston erfundene Presse, die die Druckform senkrecht anordnet und die
Fläche, die den Papierbogen trägt (Drucktiegel) und gegen die Druckform gepreßt wird. Die »Boston«-Pressen sind Druckmaschinen für den Handbetrieb, d.h. die Bewegung des Drucktiegels sowie das Anlegen und das
Abnehmen des Papierbogens erfolgt mittels eines Handhebels. Dieser Handhebel bewegt einerseits den Tiegel (mit dem angelegten Papier), andererseits aber auch die eingefärbten Walzen (Farbteller) über die
Druckform. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Bostonpresse auch in Deutschland eingeführt.
Aus den ersten handbetriebenen Tiegelpressen entwickelte sich die Gallykonstruktion. Bei ihr wird der Tiegel in die senkrechte Lage geschwungen und
dann in paralleler Führung gegen das Fundament gepreßt. Von dem senkrechten Stand des Fundaments leiteten sich die Libertypressen ab. Bei ihnen schwingen sowohl Fundament als auch Tiegel zur senkrechten Stellung,
um dann gegeneinander geführt zu werden.
Das Anlegen mit der Hand wurde inzwischen durch automatisches Anlegen abgelöst. In alten Druckereien und Museen stehen die kleinen Boston- pressen
als Erinnerungsstücke, mit denen man Papiere bis zu DIN A 5 bedrucken konnte.
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Albanien 1972
Eine vollständige Tiegel-Presse, die während der deutschen Besetzung des
Skipetaren-Landes Flugblätter für die Widerstandsbewegung um Enver Hodscha herstellte. Die abgebildete Maschine ist eine Druckpresse nach dem Liberty-System. Die Druckform steht senkrecht, der
Druck erfolgt durch Einlegen des Papiers in eine »Paßform« des sich zur Druckform bewegenden Teiles (Widerform). Diese »Paßform« wird zumeist erstellt durch das Aufkleben auf der Widerform von
Petit-Dreiviertel-Quadraten mit einem darauf befestigten kleinen Stück Karton; wenn man’s kann, ist ganz einfach. Dreißig Jahre »Tag der Presse« war der Anlaß für die albanische Postverwaltung,
diese Marke herauszugeben.
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Niederländische Antillen 1987
Die Briefmarke soll an das 150jährige Bestehen der Zeitung »De Curaçaosche Courant« erinnern.Abgebildet ist eine Boston-Tiegeldruckpresse
mit gesonderten Farbteller. Solche einfachen Maschinen mit Fuß-/Handbetrieb standen vielfach in den kleineren Druckereien, um auf ihnen kleine Akzidenzen (höchstens etwa DIN A5) mit Kleinst-Auflagen zu drucken; es war zumeist eine Lehrlingsarbeit. Abgebildet ist auf der Briefmarke auch ein Winkelhaken mit einigen Zeilen. nach oben
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Niederländische Antillen 1970
Volksbildung am Beispiel einer Druckpresse. An der hier abgebildete Tiegeldruckmaschine wurden vor dem 2. Weltkrieg Buchdruckerlehrlinge in der Druckkunst unterrichtet. Der Entwerfer der Briefmarke, Charles S. Corsen aus Willemstad auf Curaçao, hat selbst an dieser
Tiegeldruckmaschine mit Farbteller gearbeitet.
Ende des 18. Jahrhunderts soll die erste Buchdruckerei in St. Eustatius gewesen sei, da englische Wochenblätter aus dem
Jahre 1392 (»The Eustatius Gazette«) bekannt sind.
Während der englischen Besatzung (1803-1816) sollte auch in Curaçao eine Staatsdruckerei zu errichtet werden, aber dies ist
wahrscheinlich nicht gelungen; das früheste Erzeugnis antillianischer Druckkunst eine private Zeitung aus dem Jahre 1813 ist. Dies war die Zeitung »The Curaçao Gazette and Commercial Advertiser«,
verlegt von William Lee. Dieser Schotte wohnte in Venezuela, war aber wegen Unruhen dort ausgewandert.
1816, als die Holländer wieder in die seit 1643 von ihnen verwalteten Inseln zurückkehrten, änderte William Lee den Namen seiner
Zeitung in »Curaçao’sche Courant«. In Willemstad, der Hauptstadt von Curaçao, ist eine Straße nach ihm benannt und in dieser Straße befindet sich noch immer eine Druckerei, die das Geschäft seit
1816 weitergeführt hat.
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Rumänien 1971
Merkmal einer kommunistischen Arbeiterdruckerei ist, daß die
Lettern in den Schriftkästen anders einsortiert sind. Auch ist die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen durch die Ausbeutung des Menschen durch eine Partei abgelöst worden. Eine
Propaganda-Briefmarke der rumänische kommunistischen Partei, Abteilung Agitprop. Vorn ist eine Druckpresse mit Handeinlage abgebildet.
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Bulgarien 1972
George Dimitrov am Kasten (mit Haltungsfehler!). Gründer der kommunistischen Partei Bulgariens, Machthaber nach dem Weltkrieg mit sowjetischer Hilfe (seit 1946). Alle anderen Parteien wurden schon 1947 verboten und Bulgarien wurde zum treuesten Vasallen der stalinschen Sowjetunion (hängt vielleicht auch mit der gemeinsamen kyrillischen Schrift zusammen). Dimitrov wurde in Deutschland berühmt durch einen Prozeß vor dem Reichsgericht in Leipzig, nachdem auch er beschuldigt worden war, den Deutschen Reichstag angesteckt zu haben. Er wurde freigesprochen. Nach Franklin ist Dimitrov (vor dem Mongolen Süch-Bataar) der Berufskollege, der am häufigsten auf Briefmarken abgebildet wurde. Im Hintergrund befindet sich eine
Tiegeldruck-Presse mit großem Schwungrad.
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Polen 1943
Geheime Druckerei in Polen. Die polnische Regierung, die 1939 nach Frankreich flüchtete und sich 1940 in London als Exilregierung bildete, gab diese Briefmarke mit einer Tiegeldruckmaschine heraus. Sie war zugelassen für den Postverkehr innerhalb der polnischen Widerstandsbewegung. Diese Briefmarke ist nur selten »echt gelaufen«.Auf dem Papierstapel
rechts die Pistole, denn es handelt sich um eine Geheimdruckerei in der Nazizeit
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Niederlande 1999
Das 100jährige Jubiläum des niederländischenArbeitgeberverbandes VNO-NCW erfordert es, eine Druckmaschine, Zahnräder und einen Laptop auf einer Briefmarke zu zeigen. nach oben
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Liberia 1954
Mit Unterstützung der UN lernen junge Liberianer die Druckkunst. Liberia verdankt seine Entstehung dem amerikanischen Kolonisationsverein, der 1816 gegründet wurde, um freigelassene amerikanische Sklaven wieder in Afrika anzusiedeln (siehe Sklaverei). Ein Versuch, diese 1815 in Sierra Leone unterzubringen, war gescheitert. Sechs Jahre später verkauften einheimische Herrscher den amerikanischen Vertretern ein Stück Land am Kap Mesurado, an der Mündung des Saint Paul. 1822 ließen sich die ersten Amerikoliberianer in der Nähe der heutigen Hauptstadt Monrovia nieder. In den folgenden Jahren wurden entlang der Küste weitere Siedlungen gegründet. Liberia wurde im Juli 1847 unabhängige Republik. Großbritannien erkannte Liberia 1848 an, Frankreich 1852 und die Vereinigten Staaten von Amerika 1862.
Mit Unterstützung der US-Amerikaner kam es zwischen 1892 und 1911 zu verschiedenen Vereinbarungen mit Großbritannien und Frankreich,
in denen die heutigen Grenzen Liberias festgelegt wurden. Erst in den vierziger Jahren gelang es Liberia, die Volksgruppen im Landesinneren unter Kontrolle zu bringen. Darlehen von Großbritannien und
den Vereinigten Staaten halfen dem Land teilweise aus den finanziellen Schwierigkeiten. 1917 erklärte Liberia Deutschland den Krieg, wodurch die Alliierten im 1. Weltkrieg in Westafrika über einen
zusätzlichen Stützpunkt verfügen konnten. nach oben
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Namibia 1995
Finnische Missionare bringen eine Tiegeldruckmaschine in die Wüste
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St. Pierre et Miquelon sind Inseln,südlich von Neufundland gelegen.Ursprünglich eine französische Kolonie,1942-1945 durch
Kanada besetzt,nach 1958 französisches Überseegebiet,1976 französisches Departement.
Abgebildet auf dieser Briefmarke aus dem Jahr 1966 ist eine Stanhope-Maschine und eine Tiegeldruck-Presse
mit einem Papier-Vorlege- und einem entsprechenden Ablegeapparat.Anlaß dieser Briefmarken-Ausgabe ist der 150. Gründungstag der Staatsdruckerei und der offiziellen Zeitung der Departement-Regierung.
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